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	<title>Oszillograf</title>
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	<description>Studentisches Magazin der Zeppelin Universität</description>
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		<title>Fliegende Kühe und andere Wunder - Zwischen Studentenfutter und Hundekuchen | Vom Gassi Gehen in Friedrichshafen</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 08:45:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frauke Fichtner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Vier Beine zu haben scheint ein Geheimcode zu sein, – ein Zeichen, das verbindet. Hundebesitzer werden das kennen: Egal ob Katze, Hund oder Pferd, das Interesse am Menschen ist meist gering, da kann man in den schönsten Tönen vor sich hin zwitschern, Streicheleinheiten verteilen oder mit frischem Gras wedeln – im Endeffekt wird man als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vier Beine zu haben scheint ein Geheimcode zu sein, – ein Zeichen, das verbindet. Hundebesitzer werden das kennen: Egal ob Katze, Hund oder Pferd, das Interesse am Menschen ist meist gering, da kann man in den schönsten Tönen vor sich hin zwitschern, Streicheleinheiten verteilen oder mit frischem Gras wedeln – im Endeffekt wird man als Zweibeiner im besten Fall ignoriert, im schlechtesten gekratzt. Mein Hund dagegen bekommt die volle Aufmerksamkeit von anderen Vierbeinern: Schwanzwedeln, Katzbuckeln oder fröhliches Gewieher und schert sich nicht einmal darum. Dieses Phänomen gilt auch für die Rinderherde des Biohofes bei mir um die Ecke. Spazieren Merle und ich am Rand der Weide entlang, preschen 25 gehörnte Damen heran, um das kleinen Wesen zu bewundern. So kommt es, dass mir Folgendes wohl ohne sie nicht passiert wäre:<br />
Kuh Nummer 16 – die Tiere sind eingesperrt und durchnummeriert wie Gangster – schien nicht nur Gefallen an Merle gefunden zu haben, sie ließ sich auch von mir anfassen und leckte mir mit ihrer riesigen, grauen Zunge die Hand. Dann begann sie sogar uns auf ihrer Seite des Zaunes bis zum Ende der Weide zu folgen, wo sie, eingesperrt von einem Elektrozaun, zurückblieb. So dachte ich zumindest. Als ich allerdings mit meinem Hund die Straße überqueren wollte, stupste mich Jemand in den Rücken. Die braun gescheckte Wiederkäuerin stand direkt hinter uns, aus ihrem Freilandgefängnis entflohen und entgegen ihres Herdentriebs, folgte sie uns sogar über die Straße. Mein Hund schien sich gar nicht über unsere neue Gefährtin zu wundern. Im Gegenteil, sie begann – mehr oder weniger erfolgreich – mit ihr herum zu tollen und kurz war ich versucht, die Kuh mit in die WG zu nehmen. Eine streunende Katze ist süß und ich hätte wahrscheinlich den Versuch gestartet, meine Mitbewohner davon zu überzeugen, dem Tier ein zu Hause zu geben. Bei einem Rindvieh, das dazu noch eine Sträflingsnummer trägt, schien mir dieses Vorhaben jedoch aussichtslos. Da Kühe in Deutschland nicht heilig sind, konnte ich Nummer 16 aber auch nicht einfach auf der Straße stehen lassen. Zunächst ging ich also ein ganzes Stück an der Weide entlang zurück, doch der Zaun war gänzlich unbeschädigt. Wie genau die Kuh also entflohen war, blieb und bleibt ein Rätsel. Natürlich könnte sie unter dem Zaun hindurch getaucht beziehungsweise darüber hinweg geflogen sein, man beachte jedoch den Konjunktiv und vergleiche diese Vorstellung mit dem, was man gemeinhin über diese Tierart weiß. Die Aussage: „Biohof – wir arbeiten ohne Gentechnik“ amüsierte mich ob dieser Wunderkuh auf einmal besonders. In der Hoffnung, der Bauer hätte vielleicht eine Erklärung für das Ganze, machten wir drei uns auf zum Hof. Doch dort angekommen, war niemand zu finden, selbst durch Rufen konnte ich niemanden aus dem Haus locken und das obwohl Nummer 16 mich laut muhend unterstützte. Zum Glück fand ich ein Stück Seil und konnte sie am Zaun festbinden. Auf den Bauern warten, konnte ich jedoch nicht und ich wundere mich, was er wohl gedacht haben mag, als er seine Kuh dort angebunden vorfand. Zum Abschied standen Merle und Nummer 16 für einen Moment Nase an Nase da, ein flüchtiger Beweis für ihr Bedauern darüber, dass wir die gescheckte Dame nicht ins Rudel aufnehmen konnten. Wie gesagt, Vierbeiner halten eben zusammen.</p>
<p>(Foto: Bertram Rusch)</p>
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		<title>Der Lehrer, das arme Würstchen - Der berühmte Hirnforscher und Neurophilosoph Dr. Gerhard Roth zu Gast in der Bürgeruni</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 18:15:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Löffler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Seerauschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit den Worten „kommen Sie doch einfach mal persönlich“ lud Stephan A. Jansen den Präsidenten der Deutschen Studienstiftung, Gerhardt Roth, vergangenen Mittwoch zur Bürgeruniversität in der „erogenen Bildungszone“ Bodensee ein. Das Musterbeispiel für Interdisziplinarität machte den Anwesenden den Auftrag der Schule deutlich und fokussierte dabei die Wissensvermittlung – vor allem durch die Lehrer, „die armen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit den Worten „kommen Sie doch einfach mal persönlich“ lud Stephan A. Jansen den Präsidenten der Deutschen Studienstiftung, Gerhardt Roth, vergangenen Mittwoch zur Bürgeruniversität in der „erogenen Bildungszone“ Bodensee ein. Das Musterbeispiel für Interdisziplinarität machte den Anwesenden den Auftrag der Schule deutlich und fokussierte dabei die Wissensvermittlung – vor allem durch die Lehrer, „die armen Würstchen.“</p>
<p>Eine gute Schule sei die, bei der am meisten Wissen hängen bliebe, stellte Roth zu Beginn seines Vortrages fest. Studien in diesem Bereich liefern bekanntlich niederschmetternde Resultate. „Und das nicht nur, weil Lehrer Idioten sind“, kommentierte Roth. Drei Faktoren seien für die effiziente Wissensvermittlung elementar: Lehrer, Schüler und Wiederholung. 50 Prozent mache dabei die Position des Lehrenden aus.</p>
<h3>„Intelligenz definiert sich durch kreative Problemlösung unter Zeitdruck“</h3>
<p>„Wenn mir in einem Dorf jemand erzählt, da seien Wölfe, kann ich es glauben oder nicht, denn ich weiß es nicht.“ Nur ein Lehrer, der Vertrauen wecke, könne Wissen vermitteln. Wichtig hierfür seien Blickkontakt, Gestik, Mimik, Haltung und Sprache. In den ersten zwei Sekunden forme sich der Eindruck der Schüler und gegen oder für diesen müsse ein Lehrer arbeiten. „Wenn der Lehrer ein armes Würstchen ist, dann strahlt er das auch aus und dann ist der Daumen unten.“ Dieses Phänomen beschrieb Roth als die Ursituation der Kommunikation und gab selbst das beste Beispiel einer vertrauenswürdigen Lehrperson ab.</p>
<p>Während seines Vortrages stand der Professor an der Universität Bremen immer ein wenig abseits vom Pult – er selbst wurde zum Lehrer. In den ersten zwei Sekunden wurde den Anwesenden klar: Dieser Mann ist glaubwürdig, und er vermittelt Wissen. Seine eigene Vorgabe für effiziente Wissensvermittlung: „Lernen in fünf Minuten Blöcken und dann einen Witz erzählen“, setzte er fast konsequent um. Nur manchmal schweifte er in die Tiefe seiner detailreichen Forschung ab. Das Publikum, seine Schüler, hörten nur noch gespannter zu.</p>
<p>Die Intelligenz von Schülern sei keinesfalls unerheblich, stellte Roth seine zweite These vor. In diesem Moment unterbrach die Präsentation und die Anzeige für eine schwache Akkuleistung erschien. Kurzerhand schritt Roth zum Laptop, erkannte das Problem und schloss das Stromkabel an: „Intelligenz definiert sich durch kreative Problemlösung unter Zeitdruck. Also genau das“, sagte Roth und lockerte so die Stimmung. Zu 50 bis 60 Prozent sei diese Intelligenz angeboren, der IQ könne sich nach der Geburt um maximal 20 Punkte verändern. Doch wer faul ist, dem nützt seine Intelligenz nur wenig: „Expertenwissen ist letztlich wichtiger als Intelligenz.“ Wirklich gut sei nur der Schüler, der sowohl Intelligenz, als auch Motivation und Fleiß mitbringe.</p>
<h3>Das „teure“ Arbeitsgedächtnis funktioniert nur fünf Minuten lang effektiv</h3>
<p>Außerdem wirke auf die Wissensvermittlung noch ein letzter entscheidender Faktor: die Wiederholung. Roth unterscheidet zwischen Kurzzeit-, Arbeits-, Intermediärem und Langzeitgedächtnis. Das optimale Schulsystem nach Roth arbeitet mit charismatischen Lehrern, motivierten wie fleißigen Schülern und der Anpassung der Lehre an die vier Gedächtnisstufen. Beim Lernen werde vor allem das wertvolle Arbeitsgedächtnis beansprucht. „Das ist das teuerste, was es gibt.“ Intensives Nachdenken sei allerdings nur über eine Spanne von maximal fünf Minuten möglich. Eine anschließende zehn bis 15 Sekunden Entspannungspause und intensive Wiederholung würde den Übergang des vermittelten Wissens ins intermediäre und schließlich ins Langzeitgedächtnis ermöglichen. Dieser Prozess sei unabhängig von der Intelligenz der Schüler: „Bei Intelligenten ist nur das Arbeitsgedächtnis hochsignifikant effektiver.“</p>
<p>Roth plädiert für eine gemeinsame Beschulung der meisten Schüler unabhängig von ihrer Intelligenz und den, wie Tim Göbel es zusammenfasste, „Unterricht der unterschiedlichen Geschwindigkeiten“, der sich an das individuelle Arbeitsgedächtnis anpasst. Schule könne Intelligenz nicht wesentlich fördern, daher sei das Verstehen des Stoffes das Wichtige. Dabei gelte: „Weniger ist mehr.“<br />
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span></p>
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		<title>Jawohl, Freiwillig! - Ein Bekenntnis für die Wahlheimat Friedrichshafen</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 08:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jacqueline Grassmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Erst sah man eins und dachte sich nichts dabei. Dann sah man drei, vier, zehn und nun sieht man täglich welche: weiße T-Shirts mit großen schwarzen Lettern FREIWILLIG IN FRIEDRICHSHAFEN. Hä, wie bitte? Freiwillig in Friedrichhafen? Was soll das denn bedeuten? Diese Frage stellten sich in letzter Zeit einige und die Kommentare waren vielfältig, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erst sah man eins und dachte sich nichts dabei. Dann sah man drei, vier, zehn und nun sieht man täglich welche: weiße T-Shirts mit großen schwarzen Lettern FREIWILLIG IN FRIEDRICHSHAFEN. Hä, wie bitte? Freiwillig in Friedrichhafen? Was soll das denn bedeuten? Diese Frage stellten sich in letzter Zeit einige und die Kommentare waren vielfältig, die Meinungen darüber teilen sich allerdings in zwei Lager: die begeisterte Anhängerschaft der T-Shirt Träger und die lautstarken Kritiker. „Das Verhältnis zur Stadt ist sowieso schon sensibel. So eine Aktion schädigt der Beziehung nur noch mehr“, verlautbarte unter Anderem ein Student.</p>
<p>Ich beschloss, mich auf die Suche nach der Quelle zu begeben, aus der die T-Shirts seit einiger Zeit hervor sprudeln. Das war nicht annähernd so schwer wie gedacht, – stützt sich doch die ganze Verbreitung der T-Shirts lediglich auf Mund-zu-Mund Propaganda, wie ich später erfahren sollte. Schnell hatte ich so die Namen der geheimnisvollen Statement-Drucker in Erfahrung gebracht: Kurt Bille und Leo Klattenhoff. Bei einem Gespräch sitzen mir die zwei Jungs aus dem 2.Semester gechillt auf dem Sofa gegenüber. Da sich meine Informationen auf null belaufen, stelle ich erstmal alle wichtigen W-Fragen. Was? Wann? Wo? Wie? Sie lachen. Anscheinend haben sie sich an dieses Fragespiel bereits gewöhnt. </p>
<p>„Also, eigentlich war das als einmalige Aktion gedacht. So spaßeshalber“, startet Kurt auskunftsfreudig die Konversation. „Das muss so zwischen ein und zwei Uhr nachts gewesen sein“, ergänzt Leo. Die beiden grinsen sich an. Mir scheint, als ob dieses Projekt nicht am Konferenztisch, sondern eher zwischen ein paar Kästen Bier entstanden ist. Mein Verdacht bestätigt sich: „Wir haben uns Gedanken gemacht, warum wir eigentlich hier sind und, was uns eigentlich hierher gezogen hat“. Als einer das Beispiel, der weniger erfolgreichen Marketingkampagne der Stadt Kassel („Freiwillig in Kassel“) in die nächtliche Runde von Philosophen warf, war die Idee geboren. Gar nicht so dumm, fand man den Marketingag aus Kassel. Nur müsste man es eben richtig machen. Zugegeben: „Freiwillig in Friedrichshafen“ klingt alleine phonetisch runder als „Freiwillig in Kassel“. „Die T-Shirts sollten zu Anfang nur für uns und unsere engen Freunde sein.“ Es wurden einfache, aber qualitativ gute American-Apparel T-Shirts herausgesucht und „so ein Paar Kerle aus Berlin“ mit dem Druck beauftragt. E voilà, fertig war das Statement-T-Shirt. „Wieder nüchtern, haben wir uns gefragt: Warum nicht die Idee auch mit Kommilitonen teilen? Auch, weil immer öfter der Wunsch auf Nachbestellungen an uns herangetragen wurde.“ „Heute sehe ich jeden Tag mindestens einen mit unserem T-Shirt rumlaufen“, stellt Kurt verblüfft fest. Überhaupt scheinen die Jungs nicht schlecht erstaunt zu sein über ihren schnellen Erfolg und die rasante Verbreitung.<br />
<h2> Das T-Shirt soll ja auch zum Diskutieren anregen</h2>
<p> So ein bisschen stolz seien sie schon, gar keine Frage, geben die beiden offen zu. Allerdings hat das T-Shirt nicht nur Freudenstürme ausgelöst, es hat auch ganz schön große Kritik gehagelt. „Ja“, sagt Leo, „wir sehen das schon mit einem weinenden und einem lachenden Auge und: einem zwinkernden“. Er schmunzelt. Aber, im Ernst, sagt er weiter, die T-Shirts seien schon diskussionsbedürftig. Allerdings sollen sie ja auch zum Diskutieren anregen. Ein langweiliges T-Shirt mit dem Aufruf „I love&#8230;“, wie man sie in jedem Souveniershop größerer Städte bekommen kann, sei keine Alternative gewesen. Dazu passend, so stelle ich fest, sind die beiden auch nicht gewillt ein Blatt vor den Mund zu nehmen. „Es ist nicht alles super hier. Es schwingt da schon auch eine Kritik mit. Der Aufdruck soll aber auch zeigen, dass wir offen für Friedrichshafen sind, dass wir Lust auf die Stadt haben. Wir sind schließlich keine passiven Gäste, sondern aktive Bürger.“ Der Umzug von Zuhause an den Studienort am Bodensee, betreffe schließlich fast jeden neuen ZU-Studenten.<br />
<h2> Dass die beiden Jungs hier Spaß haben, ist kaum zu übersehen</h2>
<p> Kurt erklärt: „Wir sind ja wohl mit einer gewissen Überzeugung hierher gekommen. Es war eine bewusste Entscheidung nach Friedrichshafen zu kommen und das wollen wir auch zeigen!“ Leo bestätigt: „Klar, war es anfänglich schwer. Aber, ich muss sagen, ich habe wirklich Spaß hier.“ Sie schauen sich an und nicken sich bestätigend zu und wieder: ein Grinsen. Dass diese beiden Jungs hier Spaß haben, ist kaum zu übersehen. „Am Anfang fühlt sich jeder etwas entwurzelt“, winkt einer der beiden ab. “Das T-Shirt soll auch ein Statement für die neue Heimat sein. Wir sind ja  schließlich alle hier gemeldet und somit auch Friedrichshafener“.</p>
<p>Kurt und Leo haben Gefallen an ihrem Projekt gefunden und Strahlen vor Tatendrang. Als ich schlussendlich um eine Vorausschau in die Zukunft bitte, was mögliche weitere Aktionen betrifft, werde ich mit einem einzigen Satz zurückgelassen „Wait for the next big thing“ – Natürlich nicht ohne das obligatorische breite Grinsen. Mir scheint, dies ist nicht der letzte Einfall, den die beiden bei einem Kasten Bier aushecken werden.</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span>
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		<title>Unfreiwillig unerhört - Ich weiß ja: Ihr habt es gut gemeint - Ein Kommentar</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 08:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina Große</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freiwillige, ich befürchte, wenn ihr weiter mit diesen T-Shirts rumlauft, macht die ZU bald EBS-Schlagzeilen. Das wäre tragisch, besonders, weil ich weiß: Ihr habt es gut gemeint. Ihr wolltet etwas Positives bewirken, ZU und FN einander näher bringen. Leider ist das schief gegangen, denn „Freiwillig in Friedrichshafen“ ist eine Beleidigung und ihr merkt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freiwillige,</p>
<p>ich befürchte, wenn ihr weiter mit diesen T-Shirts rumlauft, macht die ZU bald EBS-Schlagzeilen. Das wäre tragisch, besonders, weil ich weiß: Ihr habt es gut gemeint. Ihr wolltet etwas Positives bewirken, ZU und FN einander näher bringen. Leider ist das schief gegangen, denn „Freiwillig in Friedrichshafen“ ist eine Beleidigung und ihr merkt es nicht einmal. Ihr wolltet sagen: Friedrichshafen ist wunderschön – der See, die Sonne, die Berge. Wir sind glücklich, drei oder sogar vier Jahre hier verbringen zu dürfen, denn wo sonst könnte man in so bezaubernder Umgebung studieren? Friedrichshafen, wir lieben dich!</p>
<p>Tatsächlich aber sagt ihr: Ich weiß, es klingt verrückt, aber ich bin wirklich freiwillig in dieser furchtbaren Stadt, in die sich niemand in meinem Alter sonst verirren würde und aus der jeder wieder abhaut, sobald er kann. Ich kann es selbst oft nicht begreifen, aber ich weiß ja: Irgendwann werde ich belohnt und deshalb nehme ich diese Strapazen auf mich.<br />
Jetzt denkt ihr: Frechheit! Das meinen wir überhaupt nicht. </p>
<h2> Ich bin wirklich freiwillig auf Hawaii </h2>
<p>Genau hier liegt das Problem. Kommunikation lebt von mit Kontext angereicherten Symbolen – sonst wäre sie viel zu kompliziert. (Ja, das war Luhmann.) Es geht nicht darum, was ihr meint, sondern was der Häfler versteht.</p>
<p>Wenn ich mit Springerstiefeln und weißen Schnürsenkeln durch die Stadt laufe, dann sage ich: Ich bin ein Nazi. Ob ich weiße Schnürsenkel an meinen praktischen Stiefeln einfach nur hübsch finde, interessiert niemanden. Wenn ich mit Dreads und Jamaica-Flagge auf dem T-Shirt rumlaufe, dann sage ich: Ich bin Rastafari. Wahrscheinlich heißt das für viele auch noch: Ich kiffe, ich bin un-zuverlässig und arbeite nicht. Ob das stimmt oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn ich ausschließlich schwarz trage und dazu umgedrehte Kreuze, dann weiß jeder: Ich bin Satanist, ich feiere auf Friedhöfen und trinke bei Vollmond Blut von kleinen Kindern. Stimmt wahrscheinlich nicht, aber das ist nicht der Punkt.<br />
Wenn ich betone, dass ich irgendwo freiwillig bin, dann sage ich: Ich weiß, kaum zu glauben, oder? Hätte ich selbst nie gedacht …</p>
<p><em>Ja, ich weiß, die meisten Menschen haben Angst vor den Schmerzen, aber ich liebe den Geruch hier. Nichts fördert meine Konzentration mehr, als das sanfte Brummen der Bohrer. Ich sitze freiwillig jeden Tag beim Zahnarzt<br />
Ja, ich weiß, der Lärm und die schlechte Luft würden die meisten Menschen krank machen, aber ich liebe Autos. Ich möchte so oft wie möglich in ihrer Nähe sein. Ich wohne freiwillig direkt neben der A 100.<br />
Und jetzt: Ja, ich weiß, der Strand, die Sonne, der endlose blaue Himmel, Cocktails in der Hängematte zwischen Palmen – die meisten Menschen würden es hassen, aber ich bin gerne tief entspannt und sorgenfrei. Ich bin wirklich freiwillig auf Hawaii.<br />
</em></p>
<p>Merkste selber, ne?</p>
<p>In diesem Sinne: Be aware of what you wear &#8211; und falls ihr die T-Shirts doch absichtlich tragt, dann erzählt doch bitte, ihr wäret zu Besuch aus Oestrich-Winkel.  </p>
<p>Mit freundlichen Grüßen,</p>
<p>Tinka<br />
ZUlerin, Häflerin &#038; freiwillig in der Bib</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Jan Zipp</span>
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		<title>Die Kunst einer modernen Nomadin - Im Porträt: Alena Braunschweiger</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 21:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne von Blomberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Seerauschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Efeuranken schwingen vor den kleinen Fenstern des halbrunden Türmchens, hinter denen sich Alenas Atelier verbirgt, hin und her. Es liegt der scharfe Geruch von Terpentin in der Luft, Boden und Wand werden mit Folie vor den farblichen Umsetzungen der Kreativität Alenas geschützt. Eine Flut von Eindrücken ihrer Ausdrücke auf verschieden großen Leinwänden lenkt gründlich ab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.oszillograf.com/2012/04/alena-braunschweiger/d70_6854_marianne_alena-1-2/" rel="attachment wp-att-3199"><img class="alignleft size-medium wp-image-3199" title="Alena in ihrem Atelier" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/04/D70_6854_marianne_alena-11-319x480.jpg" alt="" width="319" height="480" /></a>Efeuranken schwingen vor den kleinen Fenstern des halbrunden Türmchens, hinter denen sich Alenas Atelier verbirgt, hin und her. Es liegt der scharfe Geruch von Terpentin in der Luft, Boden und Wand werden mit Folie vor den farblichen Umsetzungen der Kreativität Alenas geschützt. Eine Flut von Eindrücken ihrer Ausdrücke auf verschieden großen Leinwänden lenkt gründlich ab vom Geschehen draußen auf der Charlottenstraße. Betritt man Alenas Atelier, fühlt man sich an einem Ort angekommen, der sich dadurch auszeichnet, ein Gegenstück zum grauen Alltag in Friedrichshafen darzustellen.</p>
<h3>Es liegt der scharfe Geruch von Terpentin in der Luft</h3>
<p>Alena ist Künstlerin und arbeitet im Mundvoll. Sie sticht sichtlich hervor zwischen den Studenten und Mitarbeitern &#8211; sie ist groß, ihre durchdringenden Augen leuchten blau, die Lippen sind mit dunkelrotem Farbton markant gezeichnet und ihre liebste Kleidung ist schwarz. „Wenn ich mich sowieso schon den ganzen Tag mit Farben beschäftige, dann nervt es mich morgens ewig Kleidung zu kombinieren“, meint Alena. Ihr Auftreten ist ein starker Ausdruck ihrer Art und Stimmung. Dass sie hier bereits seit zehn Jahren lebt, stellt eine unerwartete Wendung in ihrem Lebenslauf &#8211; nein, Lebensmarathon &#8211; dar. Alena heißt mit Mädchennamen Farkasová und ist geboren in Košice, Slowakei. Bis sie 17 ist, lebt sie zusammen mit den jüngeren Geschwistern bei ihrer Mutter und besucht die Hochschule für bildende Künste. Durch ihre Verbundenheit zur Kunst stößt sie sich zunehmend an den politischen Umständen. Die tiefroten Ansichten der kommunistisch regierten Slovenských Socialistickej Republiky wollen so gar nicht zu Alenas Vorstellungen passen. Abstrakte Kunst auf sozialistisch bedeutet „Effekthascherei ohne gesellschaftliche Aussage“. Als sie die Fesseln der Politik immer stärker zu spüren bekommt, beschließt sie zu gehen. Das Ziel: Irgendwohin. „Ich glaube, ich hatte einfach mehr Sehnsucht als Angst“, sagt sie zurückblickend. Wenn Alena gestikuliert, sind alle ihre Bewegungen vollkommen und bestimmt, exakt zu dem passend, was sie erzählt. Es gibt keinen Handgriff zu viel, wenn sie uns Tee nachschenkt und keine Mine ohne deutliche Aussage, wenn sie erzählt.</p>
<h3>„Ich glaube, ich hatte einfach mehr Sehnsucht als Angst“</h3>
<p><a href="http://www.oszillograf.com/2012/04/alena-braunschweiger/d70_6849_marianne_alena-1/" rel="attachment wp-att-3200"><img class="alignleft size-medium wp-image-3200" title="Alena in ihrem Atelier" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/04/D70_6849_marianne_alena-1-319x480.jpg" alt="" width="319" height="480" /></a>Seit ihrer Flucht bleibt Alena kaum länger als ein Jahr an einem Ort. Die ständige Notwendigkeit Geld zu verdienen, treibt sie an und korreliert mit dem Wunsch, sich mit ihrem Künstlerdasein zu verselbstständigen. In Mazedonien, der Schweiz und Konstanz arbeitet sie in Bars und übernachtet bei anderen Weltenbummlern. Von ihrem ersten Mann lässt sie sich scheiden, weil er sie bremst. Eifersucht ist kein Charakterzug, mit dem eine Alena zu halten ist. In Drossingen lebt sie bei dem Besitzer eines Hotels, in dem sie einerseits malen darf &#8211; meistens auf Wänden &#8211; und andererseits in der Gastronomie arbeitet. Aber, immer wenn ihr Leben anfängt in eine Regelmäßigkeit zu verfallen, gibt sie Vollgas in eine andere Richtung &#8211; bis sie in Friedrichshafen ankommt. Mittlerweile hat sie sich beinahe ein bisschen eingelebt. Hier hält sie ihr Freund und mit ihm die Sicherheit endlich zumindest einen kleinen Restteil des Tages mit der Malerei zu verbringen. Er gibt ihr ein wenig innere Ruhe, sie lacht: „Jürgen hat die ganzen Ordner und ich habe meine Kunst &#8211; ein bisschen Struktur tut mir ganz gut.“ Ob sie mit ihrer Kunst kein Geld verdienen könne? Alena lacht trocken. „Verkaufskunst&#8230; Das Letzte, was ich malen würde ist der Bodensee!“ Sie kann malen, was die Leute kaufen wollen, mit ihrem Kopf statt mit dem Bauch &#8211; damit kann sie Geld verdienen. „Das hat eine Weile lang gut funktioniert“, sagt sie. Als Dienstleisterin des guten Geschmacks, als Anbieterin von schöner Kunst auch für Ihre Wohnung. Nur ihr Bauch tut dann weh. „In den Bildern ist mein Gefühl und mein Blut und das soll zu deinem Sofa passen?“ Stattdessen malt sie lieber innere Zustände: Spannungen, Stimmungen, Gefühle. „Impulse von Innen sind viel anregender als Äußerliches &#8211; du schöpfst aus dir selber. In uns ist genug Stoff für zehn Jahre!“</p>
<h3>„Das Letzte, was ich malen würde ist der Bodensee!“</h3>
<p>Wenn Alena spazieren geht, ist es, als würde jemand einen Wasserhahn von Ideen öffnen. Die verzerrte Spiegelung einer Reflexion in einer Autoscheibe ist für sie wie für einen gerade Erwachten das letzte Bild seines Traumes im Bruchteil der Sekunde nach dem Aufwachen. Je intensiver sie sich zu erinnern versucht, desto schneller schwindet die Vision. Um die Impressionen festzuhalten, begleitet ihr Skizzenblock sie auf Schritt und Tritt. Dennoch ist es schwierig, die Fülle an Ideen einzufangen, die ihr täglich begegnet. Viele Bilder Alenas zeigen Menschengesichter. Die Blicke sind konzentriert und fordernd, sie fesseln und fragen den Betrachter. Sie übersetzt ihre Gefühle in eine Sprache, die von jedem anders verstanden werden soll. Hier gibt es keine offensichtlichen, geschweige denn gültigen Interpretationen, ihre Kunst ist kein Medium zur direkten Vermittlung gewisser Gefühle. „Ich möchte nicht, dass du die Bilder verstehst, sondern dass sie etwas in dir auslösen“, erklärt sie und scheint mit einer ihrer kraftvollen Gesten ein sehr farbenreiches Bild auf der Staffelei hinter ihr wegwischen zu wollen. „Das war viel zu geplant, ein Versuch, meine Linie wiederzufinden“, sie schüttelt lächelnd den Kopf: „Sehr mutig, immerhin.“</p>
<h3>Alena träumt weiter &#8211; von Reisen nach Barcelona und Paris</h3>
<p>Der enthusiastische Versuch, den Häflern Alenas freigeistige Kunst nahezubringen, scheiterte grandios. Kurse, die sie bei der Volkshochschule anbot, wurden nicht wahrgenommen, ein Projekt im Altenheim misslang an der Konfrontation der eher praktisch Gesinnten und in sich gekehrten Urschwaben mit dieser ganz fremden Art Gefühle auszudrücken. Irgendwo bewundert Alena diese Leute, die so glücklich sind mit einer Arbeit, die sie einfach für sich selbst bestimmt haben. Sie träumt weiter &#8211; von Reisen nach Paris, Barcelona, dem eigenen kleinen Café und dem freistehenden Laden, am Eingang zur Fußgängerzone, als Ausstellungsraum. <span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span></p>
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		<title>Energiewende braucht Fantasie - Der Techniksoziologe Ortwin Renn erklärt, warum unser Umweltverhalten oft daneben geht. Und lässt dabei viele Fragen zu.</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 18:40:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Artur Lebedew</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkanstöße]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir spielen ein Spiel. Wir nennen das Spiel „Vom Hölzchen aufs Stöckchen“. Und das geht so: Ein renommierter Professor aus einer größeren Stadt rückt den Stuhl zu recht, streicht mit der Hand durch sein Bart und fängt an zu erzählen. Hinter ihm erscheint die erste Folie seiner Präsentation. Thema: „Welche Faktoren beeinflussen Energieverbrauch und Energiesparen?“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir spielen ein Spiel. Wir nennen das Spiel „Vom Hölzchen aufs Stöckchen“. Und das geht so: Ein renommierter Professor aus einer größeren Stadt rückt den Stuhl zu recht, streicht mit der Hand durch sein Bart und fängt an zu erzählen. Hinter ihm erscheint die erste Folie seiner Präsentation. Thema: „Welche Faktoren beeinflussen Energieverbrauch und Energiesparen?“ Er erzählt weiter, Folie zwei, Folie drei – und plötzlich: ein Stöckchen. Jemand stellt eine abwegige Frage. „Wissen Sie eigentlich, wie groß das Investitionsvolumen der Energieversorger in Deutschland ist?“ – „So um die 10 Prozent ihres Nettoerlöses.“ Anstatt wieder das Hölzchen seines eigentlichen Vortrages aufzugreifen, beschäftigt sich der Gast weiter mit dem Stöckchen und den Energieversorgern in Deutschland. Dann wieder ein Hölzchen. Ein Zuhörer fragt, wie das ganze bei den Franzosen aussehe. Der Gast spricht über die Franzosen. – „Auf Zahlen kann man sich doch da gar nicht verlassen“, bringt jemand ein weiteres Stöckchen ins Spiel. Stimmt, Zahlen seien trügerisch, gibt der Gast zu und erzählt über einen Kühlschrank im Keller, das nächste Hölzchen. Die kleine Seitenzahl Drei auf der Folie wird auch am Ende des Vortrages an der Wand projiziert sein.</p>
<p>Ortwin Renn, Techniksoziologe von der Uni Stuttgart, stellte am vergangenen Dienstag in der Zeppelin Universität seine Ideen zum Energiewandel nach Fukushima vor und lud die Zuhörer ein, sich an der Diskussion zu beteiligen. Besonders das Letztere nahmen die fünf Studenten und die vier anwesenden Wissenschaftler um Nico Stehr dankend wahr. Die ZU-ler und der Gast aus Stuttgart diskutierten Fragen des Energieverbrauchens und den Umgang der Menschen mit Energie nach dem Atomaustieg in Deutschland im vergangenen Herbst durch die Bundesregierung. „Energie ist heute nicht nur eine wirtschaftliche Frage“, sagte Renn, dem man die schwäbische Heimat anhörte. „Nach dem Sieg der Zivilgesellschaft über die Atomkraft ist das Konfliktpotential in der Gesellschaft vielleicht sogar größer geworden.“ Es herrsche bei den Menschen eine Konfusion, weil nicht klar sei, wie die Versorgungssicherheit in der Zukunft zustande kommen soll.<br />
Trotz der sprunghaften Art der Diskussion, kam der Techniksoziologe Renn auf Punkte zu sprechen, die auch auf den PowerPoint-Folien zu sehen gewesen wären. Im Untertitel des Vortrages hieß es: „Das Kreuz mit dem Rebound-Effekt“. Renn zufolge verhindere der sogenannte Rebound-Effekt, einen tatsächlichen Wandel in der Gesellschaft im Umgang mit Energiefragen. „Der Klimawandel ist uns allen zwar präsent, wir verhalten uns aber – bewusst oder unbewusst – so, dass die Umwelt darunter doch leidet.“ Den Rebound-Effekt teilt Renn in drei Kategorien ein: Den wirtschaftlichen Aspekt, den Wissensaspekt und den Verhaltensaspekt. Aus wirtschaftlicher Sicht, sei der Effekt dann sichtbar, wenn Leute zwar ihre Hauswände dämmten, die Temperaturen in ihren Häusern aber im Winter höher stellten oder für das gesparte Geld mit dem Flugzeug auf Mallorca reisten. Das durch energiesparende Maßnahmen gewonnene Geld werde dort investiert, wo es noch mehr Energie verbrauche. Im Gegensatz dazu beleuchte der Wissens-Rebound-Effekt das Verhalten der Menschen aufgrund falscher Erwartungen. „Viele achten darauf, dass sie das Licht im Flur ausschalten, vergessen jedoch den Kühlschrank mit zwei Bierflaschen im Keller.“ Und das, obwohl ein Kühlschrank viel mehr Energie brauche. Aus seiner Sicht jedoch sei es der Verhaltenseffekt, der am schwierigsten zu verändern sei. „Unser Verhalten ist oftmals an Gewohnheiten geknüpft, die sich nicht von heute auf morgen ändern“, sagte Renn und erzählte von einer Frau, deren Wohnung drei Mal so viel Energie verbraucht habe, wie vergleichbare Wohnungen im Haus. „Da wurde ich neugierig und fragte bei ihr nach“, so Renn. Erst nach dem dritten Klingeln habe die Frau die Tür aufgemacht, erzählte der Soziologe. Sie habe das Klingeln nicht gehört, ihre Tochter dusche gerade. Sie habe drei Töchter und die duschten ständig, den ganzen Tag duschten sie – „Da war natürlich klar, wie die auf die Kosten kommen“, sagte Renn schmunzelnd.<br />
Der anwesende Nico Stehr, der Gründungsdirektor des Veranstalters European Center for Sustainability Research an der ZU, bezeichnete dieses Verhalten als typisch. „In modernen Gesellschaften gibt es besonders bei der Frage der Energienutzung massive Domänen von Ignoranz.“ Gleichfalls stellte er die Frage nach der Herkunft des Phänomens. Eine Antwort blieb jedoch aus.<br />
Als Vorschläge, wie zukünftige Gesellschaften mit umweltschädlichen Gewohnheiten und anderen Rebound-Effekten umgehen könnten, damit die Klimaveränderungen eingedämmt würden, empfahl Ortwinn Renn neben besser abgestimmten ökonomischen Anreizen und einer größeren Transparenz zwischen Anbietern und Endverbrauchern auch „kulturelle Anreize“. „Man könnte zum Beispiel Rentner fragen, ob sie nicht die Kinder zur Schule bringen könnten, die sonst jeden Tag mit dem Schulbus fahren. Die Schüler würden sich bewegen, die Rentner hätten eine Beschäftigung und wir hätten weniger Schulbusse auf der Straße.“ Renn ist sich sicher: „Wir brauchen mehr Fantasie.“</p>
<p>Und auch von den Stöckchen-Hölzchen-Spielen brauchen wir mehr. Für seinen flexiblen Umgang mit den vielen Fragen und dafür, dass er auf Power Point verzichtete, erntete der Techniksoziologe Ortwinn Renn von den Anwesenden Anerkennung. Er habe dadurch sehr viel mehr gelernt als bei abgelesenen Power Point Präsentationen, sagte der Studierende Philipp Loringhoven – die anderen nickten zustimmend.</p>
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		<title>Nacktbaden und andere Enthüllungen - Zwischen Studentenfutter und Hundekuchen | Vom Gassi Gehen in Friedrichshafen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 08:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frauke Fichtner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Studentin mit Hund genieße ich den Vorteil schon nach nur knapp 3 Monaten mehr von meiner Wahlheimat erkundet zu haben als meine Kommilitonen aus den höheren Semestern. So kam es, dass ich kürzlich an einem eigentlich sehr ruhigen Uferabschnitt, von einem Häfler erschreckt wurde, der nackt und grölend aus den Dünen sprang und sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Studentin mit Hund genieße ich den Vorteil schon nach nur knapp 3 Monaten mehr von meiner Wahlheimat erkundet zu haben als meine Kommilitonen aus den höheren Semestern. So kam es, dass ich kürzlich an einem eigentlich sehr ruhigen Uferabschnitt, von einem Häfler erschreckt wurde, der nackt und grölend aus den Dünen sprang und sich in die Wellen des Bodensees warf. Mein Hund, der etwa 50 Meter von mir entfernt ein paar Enten nachjagte, musste eben so sehr erschrocken gewesen sein wie ich, ließ sich aber nichts anmerken und ich entschied mich, es ihr gleichzutun. Ich lief also weiter, auf der rechten Seite der badenden Häfler und auf der linken Seite seine, am Ufer liegende, Kleidung und ignorierte den Mann einfach. Nicht, dass ich ein Problem damit gehabt hätte, dass er nackt baden ging, das tue ich auch, doch es erschien mir rätselhaft, wie man bei diesen Temperaturen den Bodensee seiner Badewanne vorziehen konnte. Ich war schon fast vorüber und hatte meinen Schock überwunden, als mich jemand beim Namen rief. Leicht verdutzt schaute ich mich um, konnte nur niemanden entdecken, den älteren Herrn im Wasser mal ausgenommen. Naja, manchmal hört man ja Dinge, die nicht da sind. Doch mein Name erklang erneut, dazu eine fuchtelnde Bewegung aus Richtung des Wassers. Poseidon hatte sich aus den Fluten erhoben und kam langsam auf mich zu. Im ersten Moment fielen mir nur wenige Herren in seinem  Alter und an diesem Ort ein, die ich kenne: ein paar meiner Professoren und mein Vermieter. Beiden möchte ich nicht beim Nacktbaden begegnen und hoffe sie nehmen es mir nicht übel. Doch zum Glück war dieser Mann mir gänzlich unbekannt und woher er wusste wie ich heiße, blieb nicht lange ungeklärt. „Sie sind kürzlich mit einer Freundin hier spazieren gewesen. Sie beide haben sich nett unterhalten“, erläuterte er. Ihm schien die Tatsache, dass er uns belauscht hatte genauso wenig peinlich zu sein wie seine Blöße.<br />
<h2> Der Hund löst die verzwicktesten Situationen für einen </h2>
<p> „Schöner nordischer Name. Sie sind nicht von hier, richtig?!“ Für einen Schwaben erschien er mir zu aufgeschlossen, dazu kam, dass seinem sich das s vor dem c fehlte. „Und ihr Hund trägt auch einen nordischen Namen, woher kommen Sie denn genau?“ Da ging mir ein Licht auf, der Mann kam selbst aus dem Norden und hoffte einen gleich gesinnten Menschen gefunden zu haben. Kein Wunder, wenn man normalerweise um diese Jahreszeit in die Nordsee springt, ist der Bodensee dagegen wahrscheinlich ein Whirlpool. „Ich komme tatsächlich aus einer nördlicher gelegenen Gegend“, antwortete ich und auf seinem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus, „aus Süd-Hessen.“ Nun war er leicht verdutzt. Ich konnte es ihm nicht verübeln, denn ich spreche keinerlei Dialekt und mein Hund und ich tragen tatsächlich beide nordische Namen, dies ist allerdings eher ein Zufall. In diesem Moment erschien das schwarze-weiße Wesen neben mir und legte einen Stock zwischen mich und meinen Gesprächspartner. Ich bückte mich unmittelbar danach &#8211; ein Reflex von Hundebesitzern &#8211; was ein Fehler war, denn bisher hatte ich den Blick bewusst höher gehalten. Uns beiden war die Situation auf einmal peinlich und ihm seine Blöße nun auch. „Also gut, ich gehe dann mal. Wiedersehen!“, sagte ich betont fröhlich und gleichzeitig hochrot im Gesicht.<br />
Ein weiterer Vorteil, den man als Studentin mit Hund genießt, das Tier löst die verzwicktesten Situationen für einen und kennt kein Schamgefühl. Noch dazu, geht sie ebenfalls nackt im See baden.</p>
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		<title>Ein Republikaner als Bundeskanzler? - Warum Romney, Santorum und Co. für Europäer unwählbar wären</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 11:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz Degler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkanstöße]]></category>

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		<description><![CDATA[Hätte George W. Bush bei uns Präsident werden können? Wohl kaum. Auch die aktuellen republikanischen Präsidentschaftskandidaten wären für die meisten Europäer wahrscheinlich schlicht unwählbar. Gleichermaßen wäre das Gros der europäischen Politiker dem US-amerikanischen Wahlvolk wohl zu links, zu moderat und zu biegsam. Dies allein stellt natürlich keine große Neuigkeit dar. „Demokratische Präsidentschaftskandidaten hatten in Europa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hätte George W. Bush bei uns Präsident werden können? Wohl kaum. Auch die aktuellen republikanischen Präsidentschaftskandidaten wären für die meisten Europäer wahrscheinlich schlicht unwählbar. Gleichermaßen wäre das Gros der <a href="http://www.oszillograf.com/2012/04/ein-republikaner-als-bundeskanzler/santorum-satire/" rel="attachment wp-att-2501"><img class="alignleft size-full wp-image-2501" title="Santorum-Satire auf Facebook (Americans For a More American America)" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/Santorum-Satire.jpg" alt="" width="720" height="396" /></a>europäischen Politiker dem US-amerikanischen Wahlvolk wohl zu links, zu moderat und zu biegsam.</p>
<p>Dies allein stellt natürlich keine große Neuigkeit dar. „Demokratische Präsidentschaftskandidaten hatten in Europa hatten schon immer eine bessere Presse als die Republikaner“, weiß Prof. Dr. Eckhard Schröter, Head des Departments Public Management &#038; Governance: „Insbesondere in Kontinentaleuropa und vor allem in Deutschland“. In Deutschland gäbe es beispielsweise gar keine klassische konservative Partei. Wohingegen die USA mit den Republikanern eine der am stärksten konservativ ausgerichteten, staatstragenden Parteien der OECD hätten. Ein gewisser Dissens ist also allein aufgrund dieser Tatsache vorprogrammiert.</p>
<h3>„Demokratische Präsidentschaftskandidaten hatten in Europa schon immer eine bessere Presse als die Republikaner“</h3>
<p>„Der Populismus bei den Republikanern nimmt Formen an, die in Deutschland so wohl nie auf Akzeptanz treffen würden“, findet der ZU-Student Florian Kistler, der gerade ein Auslandssemester in den USA verbringt. Die vielen TV-Duelle bieten dafür schließlich auch eine geeignete Bühne. Sieht man sich diese an, wird man das Gefühl nicht los, die Republikaner seien sich selbst die größten Feinde. Da mit Barack Obama der demokratische Kandidat bereits feststeht, liegt der mediale Fokus umso mehr auf den republikanischen Caucuses und Primaries. Obama kann nur Recht sein, dass sich die republikanischen Kandidaten ständig gegenseitig vor laufender Kamera verbal zerfleischen. Vorwahlen waren in den USA schon immer von hartem Konkurrenzkampf geprägt. Die Art und Weise, wie sich Mitt Romney, Rick Santorum, Newt Gingrich und Ron Paul jedoch bei fast jeder Gelegenheit gegenseitig an die Gurgel gehen wirkt sogar für amerikanische Verhältnisse befremdlich.</p>
<p>Rick Santorum teilte beispielsweise der Huffington Post mit, wenn er nicht Präsidentschaftskandidat werde, solle man lieber Obama als Romney wählen. Wieso macht er das? Ist er verrückt? Sicherlich nicht. Entweder nimmt er sich selbst einfach wichtiger als seine Partei, oder aber er glaubt, Romney sei nicht konservativ genug um die Republikaner würdig vertreten zu können. Letzteres scheint wahrscheinlicher. Schließlich führte Romney bereits als Gouverneur von Massachusetts eine Krankenversicherung ein, die der Obamas in Teilen nicht unähnlich ist. Aus der Sicht Ultrakonservativer wie Santorum, sind verpflichtende Krankenversicherungen aber nun mal sozialistisch und unamerikanisch &#8211; Und somit zutiefst zu verachten.</p>
<h3>Santorum findet, man solle statt Mitt Romney dann doch lieber Obama wählen</h3>
<p>„Europäische Zustände“ sind nicht erwünscht &#8211; in diesem Punkt sind sich ausnahmsweise alle Republikaner einig. Gingrich behauptet beispielsweise, Obama betreibe „säkularen, europäischen und bürokratischen Sozialismus“. Inzwischen ist Romney <a href="http://www.oszillograf.com/2012/04/ein-republikaner-als-bundeskanzler/tea_party_rally_to_stop_the_2010_health_care_reform_bill/" rel="attachment wp-att-2504"><img class="alignleft size-full wp-image-2504" title="Tea Party Demo gegen die US-Gesundheitsrefom" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/Tea_Party_rally_to_stop_the_2010_health_care_reform_bill.jpg" alt="" width="900" height="1200" /></a>aber selbst derjenige, der Amerikas wichtigsten Partner ständig in den Dreck zieht. Der Kontinent, aus dem der Großteil der Amerikaner ursprünglich stammt, muss regelmäßig als Negativbeispiel herhalten. Dass die republikanischen Kandidaten die Krise in Europa zur Profilierung ihrer eigenen Person missbrauchen, könnte sich auch für die diplomatischen Beziehungen mit dem alten Kontinent als problematisch erweisen. Vorausgesetzt natürlich, einer von ihnen sollte tatsächlich Präsident werden.</p>
<p>Wer jetzt allerdings befürchtet, die Republikaner seien wahnsinnig geworden und Europa stehe bald gemeinsam mit dem Iran und Nordkorea auf der Achse des Bösen, der sei eines besseren belehrt. „Die USA und Europa verbindet jeweils mehr miteinander als mit jedem anderen Kontinent oder Weltregion“, sagt Schröter. Aus diesem Grund beziehe man sich auch so stark aufeinander &#8211; ob in der Kritik, im Lob oder im Wettbewerb. „Wir haben es bei den Vorwahlen mit einer besonders loyalen, stärker ideologisierten Gruppe der Aktivisten zu tun“ erklärt der Politikwissenschaftler. Man kann davon ausgehen, dass Romney klar ist, dass keines der EU-Länder wirklich sozialistisch ist. Vielleicht sollten die polemischen Tiraden unserer republikanischen Boy-Group einfach nicht allzu ernst genommen werden und stattdessen als Mittel zum peripheren Stimmenfang abgetan werden. </p>
<h3>„Wir haben es bei den Vorwahlen mit einer besonders loyalen und stärker ideologisierten Gruppe der Aktivisten zu tun“</h3>
<p>Was sagt das Ganze eigentlich über uns Europäer aus? Etwas mehr Sensibilität und Selbstkritik wäre womöglich angebracht &#8211; Auch unser politisches System ist schließlich nicht perfekt.<br />
Gerhard Schröder versuchte seinerzeit, analog zu den Republikanern heute, mittels USA-Bashing Wählerstimmen zu gewinnen. Und der Rechtspopulismus eines Herrn Berlusconi oder Orbán steht dem der Republikaner eigentlich in nichts nach.</p>
<p>Verschiedene soziokulturelle Eigenheiten der Amerikaner werden nachvollziehbarer, wenn man einen kurzen Blick auf die Entstehungsgeschichte der Vereinigten Staaten wirft. Die ersten Siedler der USA waren bekanntermaßen Europäer, die den Monarchien ihrer Heimatstaaten den Rücken zukehrten, um eine freiheitliche Republik zu gründen. Ihre Unabhängigkeit von der englischen Krone mussten sie sich hart erkämpfen. Als Bismarck in Deutschland die Sozialversicherungen einführte, herrschte im Wilden Westen noch ziemlich uneingeschränkte Handlungsfreiheit. Mehr Verständnis für abweichende Erwartungen an den Staat und für divergierende Auffassungen von Freiheit, wären deshalb womöglich angemessen. Nicht jeder Amerikaner, der eine vom Staat vorgeschriebene Gesundheitsversicherung ablehnt, muss zwangsläufig ein Vollidiot sein. Die Tatsache, dass dieses Volk jemanden wie Bush zweimal gewählt hat, ist allerdings durchaus verwunderlich. </p>
<p>Es scheint ziemlich offensichtlich, dass kein Politiker mit US-republikanischen Überzeugungen in Europa so schnell irgendeine Wahl gewinnen würde. Dennoch, wäre es nicht irgendwie naiv zu glauben, das europäische politische System sei besser, gerechter oder überhaupt generell weiter entwickelt als das amerikanische? </p>
<p>Dessen ungeachtet, sollte man sich auch nicht allzu sehr in Sicherheit wiegen. Politische Stimmungslagen können sich schnell ändern, prinzipiell wäre ja rechts von der CDU genügend Platz für eine neue konservative Partei. Die würde sich dann wahrscheinlich auch mit den Republikanern besser verstehen.</p>
<p><span class="foto"><strong>Foto:</strong> jnn1776 via <a href="http://www.flickr.com/photos/54637956@N02/5061049945/in/photostream/">flickr</a> (Header)</span><span class="foto"><strong>Foto:</strong> Screenshot of &#8220;Americans For a More American America&#8221; via <a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=318019228251255&amp;set=a.315376551848856.76806.314941821892329&amp;type=3&amp;theater">Facebook</a> (19.03.12) </span><span class="foto"><strong>Foto:</strong> Fibonacci Blue via <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/88/Tea_Party_rally_to_stop_the_2010_health_care_reform_bill.jpg?uselang=de">wikipedia/creative commons</a></span></p>
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		<title>„Auf lange Sicht rentiert Print sich nicht mehr“ - Workshops mit Joffe über die Entwicklungen in der arabischen Welt und im Journalismus</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 11:15:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Löffler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unikosmos]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mann, der mit leichter Verspätung den Raum betrat, sich entschuldigte und dabei den Namen unseres hoch geschätzten Universitätspräsidenten kurzzeitig vergaß, erspielte sich mit Leichtigkeit die Sympathien der anwesenden Studierenden. Ungewöhnlich war, dass Josef Joffe, Mitherausgeber der ZEIT, vor jeder Frage darauf bestand, dass der Fragende seinen Namen nannte. Aufmerksam machte der Journalist sich Notizen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Mann, der mit leichter Verspätung den Raum betrat, sich entschuldigte und dabei den Namen unseres hoch geschätzten Universitätspräsidenten kurzzeitig vergaß, erspielte sich mit Leichtigkeit die Sympathien der anwesenden Studierenden. Ungewöhnlich war, dass Josef Joffe, Mitherausgeber der ZEIT, vor jeder Frage darauf bestand, dass der Fragende seinen Namen nannte. Aufmerksam machte der Journalist sich Notizen, antwortete prägnant und ehrlich. Und gab sogar zu, wenn er keine Antwort wusste. Kurz: Joffe bestach, indem er das Gefühl der Ebenbürtigkeit vermittelte und gleichzeitig Autorität und Kompetenz ausstrahlte.</p>
<p>Zunächst diskutierte der Publizist und Politologe mit den Studierenden über die jüngsten Entwicklungen in der arabischen Welt und die Chancen der Revolution, im Rahmen eines Workshops des Club of International Politics. In einem zweiten Workshop wurde die Zukunft der Print-Medien und des Journalismus thematisiert.</p>
<h3>1. Workshop – Jüngste Entwicklungen in der arabischen Welt und die Chancen</h3>
<p>„Mich interessieren die Leuchttürme der Universitäten in Deutschland, solche mit einem breiten Spektrum“, begründete der Journalist, warum er ausgerechnet die Zeppelin Universität besuche. Breit gefächertes Wissen ist auch das, was Joffe auszeichnet. Vor allem im Workshop des CIP machten die Studierenden große Augen. Mit viel Humor und Charme erklärte Joffe für jedermann verständlich seine eigene, logisch stringente Theorie zum Thema: „Vom Arabischen zum <a href="http://www.oszillograf.com/2012/04/%e2%80%9eauf-lange-sicht-rentiert-print-sich-nicht-mehr/d70_7237-2/" rel="attachment wp-att-2670"><img class="alignleft size-large wp-image-2670" title="Workshop mit Josef Joffe, Mitherausgeber der ZEIT" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/04/D70_72371-e1333278504526-1000x1307.jpg" alt="" width="1000" height="1307" /></a>Islamischen Frühling: Welche Chancen hat der demokratische Aufbruch?“</p>
<p>Joffe räumt der „Arabellion“, wie er sie nennt, wenig Chancen auf ein erfolgreiches Ende in Form einer Demokratie ein. Ausnahmen seien Tunesien und Ägypten. „Steigender Wohlstand bedeutet fallende Tyrannen“, behauptete der Politikwissenschaftler und fügte hinzu: „Die Intelligenten werden sich jetzt fragen: Warum gibt es dann keine Revolution in Saudi-Arabien?“ Die Monarchie am persischen Golf sei wiederum zu reich, lautete Joffes Antwort. Sie habe genug Geld, das Volk zu bestechen.</p>
<p>Entscheidend für den Erfolg einer Revolution seien vor allem der Urbanisierungsgrad, die Alphabetisierung, die Bildungsausgaben anteilig am BSP und der Entwicklungsstand der Globalisierung gemessen an den Exportzahlen der jeweiligen Länder. In allen vier Bereichen müsse das jeweilige Land fortgeschritten sein. Das seien die Kriterien für den Aufstieg einer Mittelschicht – die „netten Google und Twitter-Menschen vom Tahir Platz“, heißen sie bei Joffe: „Ganz Arme und ganz Reiche machen keine Revolution.“ Tunesien sei gemessen an der Höhe dieser Faktoren die unangefochtene Nummer eins im arabischen Raum, Ägypten folge direkt dahinter. „Ein Tipp: Wenn ihr kausale Modelle erstellt, müsst ihr euch immer die Daten suchen, die dazu passen“, sagte Joffe mit einem Augenzwinkern. Sein Humor brachte immer wieder frischen Wind in den Vortrag.</p>
<h3>„Ganz Arme und ganz Reiche machen keine Revolution“</h3>
<p>Joffe nannte drei goldene Elemente für den erfolgreichen Übergang einer Revolution zu einer Demokratie. Erstens: Eine Autoritätsfigur, die den demokratischen Wandel verkörpert und beim arabischen Frühling komplett fehle. „Gibt es in Tunesien einen Mandela? Nein!“ Zweitens: Die Gewaltlosigkeit. Eine samtene Revolution habe nur in Tunesien und Ägypten stattgefunden. „Gewalt erzeugt Gewalt und die verschwindet nicht, ganz gleich wer gewinnt.“ Zuletzt zählte er noch das Kriterium der nationalen Einheit auf. „Der Tyrannensturz beendet nicht die Binnenkonflikte. Es heißt, herrschen oder sterben.“ Eine nobelpreiswürdige Theorie, findet jedenfalls Joffe. „Heute ist das erste Mal, dass ich das perfekte Revolutionsmodell vorstelle – aber es gibt keinen Nobelpreis in Politik“, lachte der 68-Jährige und trank einen Schluck Wasser: „Keiner ist bisher eingeschlafen! Cheers!“</p>
<p>Aber wenn alles so schlecht aussieht, was kann der Westen dann überhaupt noch tun? „Hör auf dein Hirn, erst dann auf dein Herz“, lautete die Ermahnung Joffes und er erläuterte diesen Ratschlag am Beispiel Syrien: „Müssen wir etwas tun? Auf keinen Fall.“ Denn wie es auf den kleinen Warnschildern in amerikanischen Läden heiße: „If you break it you own it“. &#8220;Wenn wir eingreifen, müssen wir auch hinterher dabei sein &#8211; mit offenem Ende und das halten wir nicht durch“, glaubt Joffe. Der wichtigste Punkt für ihn sei die „Einhegung der Willkür“. Der Westen müsse die Tyrannen weiterhin bearbeiten, frühzeitig helfen und gleichzeitig den demokratischen Kräften seine Solidarität zeigen. „Wir müssen sagen: Wir machen zwar Geschäfte mit euch, aber unser moralisches Interesse gehört dem Volk.“ Moderator Joachim Behnke fügte noch einen letzten wichtigen Punkt hinzu: „Man muss den Tyrannen Ausstiegsmöglichkeiten bieten.“ Joffe bestätigte ihn: „Das ist harte Realpolitik und überhaupt nicht moralisch, aber sonst zwingst du sie, bis zum Tod zu kämpfen.“<br />
„Der Sinn meines Vortrages ist, euch zu zeigen, dass wir Anschauungsmaterial haben, um zu verstehen, wie und warum Revolutionen entstehen und wie sie sich entwickeln“, schloss der ZEIT-Herausgeber. Außerdem bemerkte er noch positiv, dass die Diskussion mit den Studierenden durchaus anspruchsvoll gewesen sei.</p>
<h3>2. Workshop &#8211; Zukunft der Print-Medien und des Journalismus</h3>
<p>Anspruchsvoll war auch das Programm, das die Uni für Joffe vorgesehen hatte. „Man hat Sie keine 30 Sekunden in Ruhe gelassen, seit Sie heute um zehn Uhr hier angekommen sind“, stellte Moderator Marian Adolf bei der Begrüßung fest. „Doch ich war einmal kurz auf dem Klo – alleine“, entgegnete Joffe und lockerte so direkt zu Beginn die Stimmung auf. Im zweiten Workshop prallte die geballte Macht des Praktikers auf Studierenden mit ihrem Wissen über die Systemtheorie und Joffe stellte gleich zu Anfang klar: „Ich bin nicht der ideale Gesprächspartner, um über Medien zu reden. In diesem Gewerbe lege ich die Eier, aber von der Geflügelwirtschaft verstehe ich nichts.“</p>
<p>Einen Hang zu Metaphern kann man dem Journalisten nicht absprechen, denn mit diesen wischte er die meisten Fragezeichen aus den 30 interessierten Gesichtern. Der Fokus der Diskussion lag auf der Digitalisierung der Medien und dem dadurch bedingten Wandel des Journalismus. Aber wie überlebt die ZEIT eigentlich als Print-Medium? Die Antwort war knapp und präzise: „Gar nicht!“ Denn auf lange Sicht rentiere sich der Druck einer Zeitung nicht mehr, aber es habe auch noch niemand wirklich verstanden, wie man online Geld macht. „Aber was die Digitalisierung betrifft, befinden wir uns noch im Anfangsstadium des Eisenbahnzeitalters – wir haben das Prinzip begriffen und die Eisenbahnen rollen schon, aber wir wissen noch nicht, wie der TGV funktioniert“, gestand der Publizist.</p>
<h3>&#8220;Was die Digitalisierung betrifft, befinden wir uns noch im Anfangsstadium&#8221;</h3>
<p>Viele der Studierenden wollten einfach nicht glauben, dass das Printmedium aussterben soll. Es sei doch wichtig, über alles informiert zu sein und nicht nur über die Dinge, die einen interessieren, wehrte sich eine Studentin. Denn im Internet werden durch individuell abgestimmte Algorithmen, zum Beispiel bei Google und Facebook, nur selektierte Nachrichten angezeigt. „Das ist mir neu – da hab ich wieder was gelernt“, zeigte sich Joffe sichtlich überrascht von dieser Information. Trotzdem blieb er dabei: „Die Zeitung ist ein gedeckter Tisch – auch im Internet. Stellen Sie sich ein Tablet vor, das genauso aussieht wie eine Zeitung. Würde Sie das nicht anmachen?“ Dass der Journalismus überlebt, dessen ist Joffe sich sicher &#8211; es ändere sich nur das Vehikel. „Was wir machen, ist besser als das Geschrei und Gebrüll im Netz“, sagte er zuversichtlich.</p>
<p>Aber sollten Medien Informationen überhaupt filtern? Oder ist WikiLeaks das Informationsportal der Zukunft? „Bei aller Transparenz gilt immer noch das Gebot der Vertraulichkeit, sonst könnte überhaupt kein menschliches Zwischenleben stattfinden und Regierungen wären unfähig zu regieren“, argumentierte Joffe. „Wir müssen Triviales von Interessantem unterscheiden. Die Kontrolle dabei entsteht durch Vielfalt und Unabhängigkeit.“ Doch was passiert, wenn das Netz mit technischen Mitteln filtert, ohne dass der Nutzer es bemerkt? Was tun wir gegen die Gefahr der „Bubbles“? Gegen das Minimieren des nationalen Diskurses durch die Zersplitterung des Marktes? An diesem Punkt geriet die Diskussion an ihre Grenzen und ein Unterschied zwischen dem Praktiker und den jungen Theoretikern wurde deutlich. „Das ist kein Problem des Systems. Freiheit ist, dass ich mich auch für eine Präferenz entscheiden kann. ,Kann passieren‘, ist kein Argument.“ Joffe traf den Nerv der Systemtheorie: „Ich kann nur Systeme entwickeln, die zu 90 Prozent funktionieren“</p>
<p>Sein Fazit allerdings ließ die Studierenden grübelnd zurück: „Für diejenigen unter euch, die ökonomisch denken: Zeitungen sterben!“ In jedem Segment bleibe nur eine Zeitung übrig: Der Stern, die Zeit, die New York Times, der Spiegel und mit Glück zwei Tageszeitungen, die SZ und die FAZ. „Daran können Sie jetzt herumkauen. Jeder muss ein Gesetz erlassen, das ist meins.“</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span>
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		<title>„Nach mir der Zwerg“ - Das Zeitalter der Giganten ist vorbei, befürchtet ZEIT-Herausgeber Joffe </title>
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		<pubDate>Sat, 31 Mar 2012 18:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Meilin Möllenkamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkanstöße]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ich bin kein Meinungsführer“, sagt Josef Joffe bestimmt. Der Mitherausgeber und ehemalige Chefredakteur der ZEIT ist auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Und das, obwohl seine Zeitung seit Jahrzehnten zu den meinungsbildenden Medien in Deutschland gehört. „Der Markt hat sich geändert“, weiß der Medienexperte zu berichten. Die Figur des Meinungsführers habe es vielleicht in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ich bin kein Meinungsführer“, sagt Josef Joffe bestimmt. Der Mitherausgeber und ehemalige Chefredakteur der ZEIT ist auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Und das, obwohl seine Zeitung seit Jahrzehnten zu den meinungsbildenden Medien in Deutschland gehört. „Der Markt hat sich geändert“, weiß der Medienexperte zu berichten. Die Figur des Meinungsführers habe es vielleicht <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/%e2%80%9enach-mir-der-zwerg/d70_7293/" rel="attachment wp-att-2592"><img class="alignleft size-large wp-image-2592" title="Diskussion mit Josef Joffe, ZEIT-Herausgeber" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/04/D70_7293-e1333216080798-1000x1424.jpg" alt="" width="1000" height="1424" /></a>in den 50er und 70er-Jahren noch gegeben – zum Beispiel Leute wie Rudolf Augstein, den Gründer des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. „Damals waren es aber auch nur Wenige, die in Frage kamen“, erklärt er. Heute steche einfach keiner mehr so besonders aus der breiten Masse heraus.</p>
<p>„Man muss der Realität ins Auge sehen – das Zeitalter der Giganten ist vorbei“, findet Joffe. Früher seien noch Riesen über die Erde gewandert. „Heute findet man stattdessen nur noch Zwerge“, spottet er: „Wir leben im Andy Warhol-Zeitalter.“ &#8211; Da bekomme jeder nur noch maximal seine 15 Minuten Ruhm. „Und über Print wird man heute sowieso nicht mehr berühmt“, stellt er trocken fest. Bekannte Medienleute seien keine Journalisten mehr, sondern Fernsehfiguren, wie Gottschalk, Jauch oder Raab.</p>
<p>&#8220;Historische Autoritäten&#8221; gebe es aber doch noch. Dazu zählt für Joffe vor allem Helmut Schmidt, neben ihm Herausgeber der ZEIT, aber auch der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger. „Es gibt Leute, mit denen redet man nicht wie mit seiner Frau, stattdessen möchte man lieber nur zuhören“, erklärt Joffe. Er widerspreche Schmidt zwar auch hin und wieder, aber das würde sowieso nicht viel bringen, da dieser seine Schwerhörigkeit strategisch einsetze: „Schmidt ist der Einzige, der je in dem Museum der Stanford University rauchen durfte.“ Er habe einfach so lange nicht verstanden, dass er dort nicht rauchen dürfe, bis man ihm einen Aschenbecher gebracht habe, sagt Joffe und lacht: „Das nenne ich Autorität.“ Es sei schön zu sehen, dass es noch bleibende Werte gebe.</p>
<h3>„Es gibt Leute, mit denen redet man nicht wie mit seiner Frau“</h3>
<p>Im Journalismus scheint Joffe es mit der Bewahrung von traditionellen demokratischen Werten allerdings nicht so eng zu sehen. Den Wandel in der inhaltlichen Dimension der Medienlandschaft, hin zu Themen wie „Burn-Out“ und „Bio-Ernährung“, rechtfertigt er mit der Befürchtung, dass man das Publikum mit harten Themen heute nicht mehr begeistern könne. „Die These ‚Big news – big Auflage’ gilt nicht mehr“, vermutet der ZEIT-Herausgeber. Ein Großteil des Publikums verlange stattdessen leichtere Kost.</p>
<p>Wenn man nachhakt, warum er glaubt, dass die ZEIT noch gelesen werde, bekommt man zu hören: „Journalisten sind Filter und Zeitungen sind vor allem Brands“. Er habe realisiert, dass vor allem das Image eine große Rolle spiele. „Bei der ZEIT geht es darum zu signalisieren: Ich kann eine dicke Zeitung lesen“, erklärt der Herausgeber. Man erkaufe sich mit der Zeitung Prestige.<br />
Auf die Frage, ob die ZEIT etwa ihren Anspruch verloren habe, antwortet Joffe: „Naja, wir müssen schon gucken was marktgängig ist.“</p>
<h3>„Bei der ZEIT geht es darum zu signalisieren: Ich kann eine dicke Zeitung lesen“</h3>
<p>Das Publikum der Zeppelin Uni will sich mit dieser Antwort jedoch nicht zufrieden geben. „Sind Sie nicht für die Alphabetisierung der Bevölkerung in puncto Finanzgeschehen verantwortlich?“, provoziert unter anderem der Präsident Stephan Jansen und weist Joffe darauf hin, dass die ZEIT während der Finanzkrise, in der es viel mehr um harte Themen ging als sonst, doch wesentlich bessere Auflagenzahlen habe verzeichnen können.</p>
<p>„Mich freut, dass Sie sagen, wir sollen diesen Anspruch an unsere Leser ruhig erheben“, erwidert Joffe auf die empörte Reaktion des Publikums. Er gehe ermutigt in die Hansestadt zurück.</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span>
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		<title>Verbrechen im Container - Eine Geschichte, die im Rahmen der Student Fair entstand</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 13:25:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Meilin Möllenkamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akzente]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[CU: Die Container kommen]]></category>

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		<description><![CDATA[Was kommt heraus, wenn man ZU-lern einen Stift in die Hand gibt, mit dem sie je einen Satz an eine Geschichte anhängen sollen, von der sie nur die zwei letzten Sätze kennen? Eine durchaus kreative, aber vielleicht etwas verwirrende, und an manchen Stellen zusammenhangslose Geschichte. Wir waren ziemlich begeistert! Kriminalität zwischen Chickenburgern, Verlobungsringen und Kaninchen Der Container [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was kommt heraus, wenn man ZU-lern einen Stift in die Hand gibt, mit dem sie je einen Satz an eine Geschichte anhängen sollen, von der sie nur die zwei letzten Sätze kennen? <em>Eine durchaus kreative, aber vielleicht etwas verwirrende, und an manchen Stellen zusammenhangslose Geschichte. </em></em><em>Wir waren ziemlich begeistert!</em></p>
<h3>Kriminalität zwischen Chickenburgern, Verlobungsringen und Kaninchen</h3>
<p>Der Container stand im Nebel. Im Dämmerlicht waren nur noch die Umrisse des Gebäudes zu erkennen. Es roch nach verbranntem Fleisch. Auf dem Weg lag ein rotes Kleid. Was war geschehen???</p>
<p>Je näher man dem Container kam, desto lauter wurde ein herzzerreißendes Wimmern.</p>
<p>Kam es von einem verletzten Tier oder etwa von einem menschlichen Geschöpf?</p>
<p>Langsam näherte ich mich.</p>
<p>Ich hob das Kleid auf, es hatte einen Riss an der linken Seite, wo ursprünglich ein Reißverschluss vorhanden gewesen war.</p>
<p>Woher der kam, wusste ich nicht. – Es war mir eigentlich auch egal.</p>
<p>Nicht egal war mir aber, wohin der Reißverschluss verschwunden war.</p>
<p>Also begab ich mich auf die Suche&#8230; Ohne Anhaltspunkt sondern nur mit einem Ziel.</p>
<p>Neben dem einen Ziel, hatte ich auch eine Taschenlampe und ein Schweizer Messer. – Man kann ja nie wissen.</p>
<p>Plötzlich erschrak mich ein stumpfer Schrei aus der anderen Straßenecke, – der Reißverschluss war mir nun total egal.</p>
<p>Ich sah eine Frau.</p>
<p>Wie ein Schatten glitt sie hinter einer Litfass-Säule hervor und trat in den Schein einer alten Straßenlaterne.</p>
<p>Langsam steckte sie die rechte Hand in die Manteltasche und zog einen grell schimmernden Gegenstand heraus.</p>
<p>Es war ein Verlobungsring, doch woher und von wem kam der?</p>
<p>Sie versuchte verzweifelt sich an die Ereignisse der vergangenen Nacht zu erinnern, – zu ärgerlich, dass es ein Maskenball gewesen war.</p>
<p>Ihre Maske hatte sie verloren. An den Zeitpunkt konnte Sie sich allerdings nicht mehr erinnern.</p>
<p>Vielleicht hatte Sie die Maske schon verloren, bevor sie den Ring bekommen hatte und so würde er sie erkennen.</p>
<p>Vielleicht aber auch erst danach. – Dann würden sie sich womöglich nie wieder erkennen.</p>
<p>„Wieso liegt hier Stroh?“, dachte ich mir.</p>
<p>„Bin ich etwa in einem&#8230;?“</p>
<p>Nein, das konnte nicht sein und so machte ich mich auf den Weg.</p>
<p>In Träumen versunken, kam ich auf die Idee, wieder an den gestrigen Ort zurückzukehren. – In der Hoffnung ihn wieder zu sehen.</p>
<p>Und er war tatsächlich noch da. Total verkatert, erwachte er gerade unter der Bar aus dem Wodka-Koma. Er sah noch immer blendend aus!</p>
<p>Die Schläfen waren grau geworden, aber er hatte immer noch diesen Wer-bin-ich Blick.</p>
<p>Am meisten verwirrte mich aber der Revolver, der neben ihm auf dem Boden lag.</p>
<p>Vorsichtig schritt ich auf den Typen zu,</p>
<p>Sein ekelhafter Zigaretten- und Alkoholgestank nahm mir fast den Atem.</p>
<p>Der Anblick des Revolvers ließ eine Welle tiefer Sehnsucht durch meinen Körper fließen und auf ein Mal machte sich die dumpfe Erkenntnis in mir breit, dass ich diesem Mann im nächsten Moment direkt zwischen die Augen schießen werde.</p>
<p>Geistig zerfleischte ich ihn wie ein Hypochonder – Blutrünstig, unbedacht, entrückt in ein Paralleluniversum ohne moralische Ansprüche; Ich konnte wieder frei Atmen.</p>
<p>„Es ist nicht so wie du denkst!“, stöhnte er unter einem vergeblichen Versuch, sich aufzurichten.</p>
<p>Sie schlug nochmal zu, diesmal fester.</p>
<p>Mit letzter Kraft drehte Rüdiger sein Kopf in Richtung Fenster und konnte nicht glauben, was er in der Abenddämmerung sah.</p>
<p>Ein Kaninchen. Auf einem T-Shirt. Also, als Druck! Aber, tot!</p>
<p>Es erinnerte ihn an den furchtbar schlechten Chickenburger, den er am Vorabend gegessen hatte und nachdem er den restlichen Abend mit Übelsein auf der Couch verbracht hatte.</p>
<p>Angesichts seiner jetzigen Situation jedoch schien die, mit verdautem Chickenburger besprenkelte, Couch vom Vorabend fast einladend.</p>
<p>Trotzdem bevorzugte er es, sich auf den Sessel zu setzen, der noch immer in Bier getränkt war.</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span>
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		<title>Welt mit Tigern, Käsebrötchen und Traum vom Glück - Der Traumkasten erzählt, wovon die ZU träumt</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 15:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Löffler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unikosmos]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Traumkasten hat polarisiert. Eine Woche lang stand der große, grüne Karton in der Seele für euch bereit. „Irgendwie niedlich“, „absolut überflüssig“, „wirklich schön“ &#8211; waren nur ein paar der völlig unterschiedlichen Meinungen der Studenten dazu. Viele haben sich gefragt: &#8220;Warum Träume?&#8221;, &#8220;was für Träume?&#8221; und &#8220;was hat das überhaupt mit uns zu tun?&#8221;. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Traumkasten hat polarisiert. Eine Woche lang stand der große, grüne Karton in der Seele für euch bereit. „Irgendwie niedlich“, „absolut überflüssig“, „wirklich schön“ &#8211; waren nur ein paar der völlig unterschiedlichen Meinungen der Studenten dazu. Viele haben sich gefragt: &#8220;Warum Träume?&#8221;, &#8220;was für Träume?&#8221; und &#8220;was hat das überhaupt mit uns zu tun?&#8221;.</em></p>
<p><em>Die Geschichte unseres Traumkastens ist schnell erzählt: In einer unserer äußerst produktiven Oszillograf-Redaktionssitzungen haben wir darüber diskutiert, was wir zu so einem besonderen Anlass wie unserem Relaunch vorlesen könnten &#8211; Der Feier für den Phönix, der aus der Asche steigt &#8211; Für unseren Traum? Inspiriert vom ZEIT-Magazin &#8211; das sich wöchentlich, in einer eigenen Rubrik, ganz unterschiedlichen, individuellen Träumen widmet und in einer Jubiläumsausgabe sogar einen Traum von jedem einzelnen Mitarbeiter aufschrieb &#8211; entschlossen wir uns für den Traumkasten. Träume sind etwas, das jeder von uns in sich trägt. Ein Merkmal, das uns alle vereint und doch unterscheidet, denn jeder hat seinen ganz eigenen Traum. Also, wovon träumen wir?</em></p>
<h3>Die Uni träumt vom Container, der Oszillograf von Applaus, der ZU-ler träumt von &#8230;</h3>
<p>Gummibärchen, die nicht dick machen und gut für die Zähne sind (vegan). Einfach mal weg, ohne Ziel, ohne Geld, ohne Zeit &#8211; nur mit der Person, die ich liebe. Zitronen. Traum vom Glück. Dass die ZU in einer größeren Stadt ist. Von schönem Wind und Segelbooten. Nachtkonzerte im Foyer. Heute Nacht habe ich geträumt, Auschwitz gäbe es jetzt noch einmal und niemanden interessiert’s. Liegestühle am See. Von einer Welt, in der Menschen sich der Nichtigkeit der Vergangenheit bewusst werden. Tischtennisplatte. Von einem empathischen und aufmerksamen Umgang der Menschen untereinander. Vom Fliegen, so ganz physisch! Ich träume davon, einmal den Koran in seiner Originalsprache lesen zu können. Von einer Welt, in der sich Druckmedien nicht von Autoritäten vom Druck abbringen lassen. Von genug freien Sitzplätzen an der Sonnenseite der Bib und surfbaren Wellen auf dem See. Von einer Welt, in der alles wahrgenommen wird. Nein! Ein glückliches Leben zu führen. Von einem Waschsalon in der Uni. Von einer Welt ohne Konsequenzen für Mort (<em>„</em><em>mit T&#8221;</em>). Dass ich meine Mitbewohnern geküsst hätte und bis heute fühlt sich die Erinnerung an wie echt. Mehr Guerilla-(<em>„Gorilla-“</em>)Aktionen am Campus! Von einer Welt, in der Menschen verstehen, dass Erschaffen nicht Wiederkauen von Kultur ist oder der schwache Versuch, diese zu bereichern. Einem Kochkurs in der Seele mit Weinseminar – ohne Stock im Po. Ruheraum – Now! Manchmal träume ich von einer Welt, in der CCM-ler um des Lernen Willens lernen und nicht wegen des Gefühls. Von einer Welt, in der der Hass nicht ganz zu groß ist. Meinen Doktor an der ZU zu machen. Schweigeminute jeden Tag. Von einer Welt mit Tigern! Davon meine Liste an Wünschen und Taten abzuarbeiten! Mehr Parkplätze am FAB! Von einer Welt, in der die Faszination des Seins schwerer wiegt, als die Faszination des Übernatürlichen. Weltfrieden. Käsebrötchen. Ich träume davon, einmal transsibirische Eisenbahn zu fahren. Von universitärer Revolution – nicht von Reform!</p>
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		<title>&#8220;Die schwäbische Villa Massimo“ - Jean-Baptiste Joly über die Akademie Schloss Solitude</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 11:39:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bertram Rusch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unikosmos]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit leicht durchschimmerndem französischem Akzent und trotz Erkältung freudigem Blick berichtete Jean-Baptiste Joly am Donnerstag über die Akademie Schloss Solitude. &#8220;Seine Solitude&#8221;, könnte man fast sagen. Zu großen Teilen aus Lotto-Toto Geldern, und damit steuerunabhängig finanziert, avancierte das idyllisch in Stuttgarts Peripherie gelegene Schloss zu einem Schmelztiegel für Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft. &#8220;Ich verstehe mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit leicht durchschimmerndem französischem Akzent und trotz Erkältung freudigem Blick berichtete Jean-Baptiste Joly am Donnerstag über die Akademie Schloss Solitude. &#8220;Seine Solitude&#8221;, könnte man fast sagen.</p>
<p>Zu großen Teilen aus Lotto-Toto Geldern, und damit steuerunabhängig finanziert, avancierte das idyllisch in Stuttgarts Peripherie gelegene Schloss zu einem Schmelztiegel für Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft. &#8220;Ich verstehe mich nicht als Kulturmanager oder Kurator, sondern als Leiter und Verantwortlicher einer Kulturinstitution&#8221;, beschreibt Joly sein Erfolgsrezept für „die schwäbische Villa Massimo&#8221;.</p>
<h3>“Ich verstehe mich als Leiter und Verantwortlicher einer Kulturinstitution”</h3>
<p>Erklärtes Ziel und &#8220;Kerngeschäft&#8221; der Solitude sei die Förderung junger Künstler weltweit. Wer gefördert wird und wer nicht, werde mit ähnlich subjektiven Auswahlkriterien entschieden, wie es an einer eher unbekannten multi-, trans- und undisziplinären Uni in Friedrichshafen Gang und Gebe ist. Laut dem Direktor der Akademie trage vor allem die &#8220;absolutistische Entscheidungsfindung&#8221; zum Erfolg der Solitude bei: „Eine Methode, die in einem alten Industriegebäude nicht funktioniert hätte – in einem Schloss dagegen schon.“, wie Joly erklärt.</p>
<p><a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/die-schwabische-villa-massimo/dsc_6489_solitude_baptistejoly/" rel="attachment wp-att-2318"><img class="alignleft size-large wp-image-2318" title="Jean-Baptiste Joly, Leiter der Akademie" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/DSC_6489_solitude_baptistejoly-e1332761438146-1000x1081.jpg" alt="" width="1000" height="1081" /></a>Im Zweijahresturnus können sich Künstler der verschiedensten Bereiche um eines der begehrten Stipendien bewerben. Die Bewerber werden von einer renommierten Person des jeweiligen Gebietes ausgewählt und verbringen anschließend neun Monate an der Solitude &#8211; Was sie dort machen, bleibt völlig ihnen überlassen. Einzige Bedingung ist eine Präsenzzeit von zwei Dritteln. Künstlerische Projekte seien erwünscht, insbesondere solche mit öffentlichkeitswirksamem Charakter, damit falle es der Akademie schließlich leichter, ihr Dasein gegenüber der Öffentlichkeit zu legitimieren. &#8220;Der Neid mancher Bürger kann groß sein, wenn sie die Stipendiaten scheinbar unbekümmert im Schloss leben sehen&#8221;, bedauert Jean-Baptiste Joly.</p>
<p>Aus interner Sicht dagegen ist die Akademie eher eine geistige Freihandelszone, ein Ermöglichungsort und eine Spielwiese des Kreativen, der Irritation, des Ausprobierens, der Weiterentwicklung, der Neudenkung, des gegenseitigen Kennenlernens und gemeinsamen Arbeitens – In gewisser Form eine weitere Parallele zur Zeppelin Uni. &#8220;Wir, als Organisation, wissen es auch nicht besser als die, für die wir es organisieren&#8221;, betont Joly das Zusammenleben auf Augenhöhe. Die Institution sei ein Wunsch, an den man glauben müsse.</p>
<h3>&#8220;Die Institution ist ein Wunsch, an den man glauben muss&#8221;</h3>
<p>Die von Zeit zu Zeit wohl auch als &#8220;Solitude-Mafia&#8221; bezeichnete Künstlerschaft, verbunden durch ihren Aufenthalt auf dem Schlossgelände, umfasst inzwischen über 1000 Künstler aus mehr als 100 Nationen. Laut Joly ist das nur einer der Mehrwerte, den „das Haus der Begeisterung“ dem Raum Stuttgart bieten kann.</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span>
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		<item>
		<title>I ♥ Nerds - Nerd Nite – Like Discovery Channel with Beer!</title>
		<link>http://www.oszillograf.com/2012/03/i-love-nerds/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=i-love-nerds</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Mar 2012 12:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Hodeige</dc:creator>
				<category><![CDATA[Seerauschen]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ich bekenne mich dazu, ein Nerd zu sein.“, eröffnete Christian Geiger seinen Vortrag bei der ersten Friedrichshafener „Nerd Nite“ im Refugium am Fallenbrunnen. Nicolai Müller, 3. Semester CME, hatte dieses neue Event in Anlehnung an das Format der Nerd Nites, die bereits in 35 anderen &#8220;Großstädten&#8221; abgehalten werden, ins Leben gerufen. Die erste Nerd Nite, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/i-love-nerds/dsc_6462_nerdnite/" rel="attachment wp-att-2200"><img class="alignleft size-large wp-image-2200" title="Veranstalter Nicolai Müller" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/DSC_6462_nerdnite-1000x1502.jpg" alt="" width="1000" height="1502" /></a>„Ich bekenne mich dazu, ein Nerd zu sein.“, eröffnete Christian Geiger seinen Vortrag bei der ersten Friedrichshafener „Nerd Nite“ im Refugium am Fallenbrunnen. Nicolai Müller, 3. Semester CME, hatte dieses neue Event in Anlehnung an das Format der Nerd Nites, die bereits in 35 anderen &#8220;Großstädten&#8221; abgehalten werden, ins Leben gerufen.</p>
<p>Die erste Nerd Nite, die schon damals den prägenden Untertitel „It’s like Discovery Channel with Beer!“ trug, veranstaltete Dr. Chris Balakrishan in Boston. Von dort fand sie 2006 ihren Weg nach New York City, von wo aus Matt Wasowski das Format Nerd Nite in die ganze Welt transportierte. Chris war seinem gesamten Freundeskreis zuvor, und manchmal sogar völlig Fremden, mit seinem Wissen über Witwenvögel (&#8230;dass diese nämlich Brutparasiten sind, was bedeutet, dass sie ihre Eier in fremde Nester legen und ihr Nachwuchs dann die fremden Eier aus dem zwar nicht eigenen, aber okkupierten Nest wirft &#8230;) zuvor so sehr auf die Nerven gegangen, dass diese ihm vorgeschlagen hatten, einen öffentlichen Vortrag darüber zu halten. Damit er mit seinem, gewissermaßen überflüssigen und nerdigen Wissen ein größtmögliches Publikum erfreuen konnte. Gesagt, getan! &#8211; Und schon war die erste Nerd Nite geboren. Frei nach dem Motto: Erzähle etwas über ein Thema, abseits vom Mainstream, das dich interessiert und unterhalte damit ein Publikum. Nicolai Müller lud unter selbiger Prämisse drei mutige Nerds ein, die sich am vergangenen Mittwochabend auf der Bühne im Refugium präsentierten.</p>
<h3>Christian Geiger &#8211; Open Government</h3>
<p>Den Anfang machte Christian Geiger, akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik. Er hielt einen 15-minütigen Vortrag über Open Government und stellte uns einige Plattformen vor, die bereits im Sinne dieses Konzepts entstanden sind. Von dem Friedrichshafener Beschwerde-Portal „Sag’s doch“, über die S21-Eskalationsplattform „Parkschützer.de“, bis zur kollaborativen Plagiatsdokumentation „Gutten-Plag-Wiki“. Bei der Implementierung von Open Government-Maßnahmen zeigte sich Geiger optimistisch: „Es gibt in der Verwaltung auch progressive Leute.“. Und da das Publikum sofort in schallendes Gelächter ausbrach, fügte er hinzu: „Auch, wenn ihr das jetzt vielleicht nicht glaubt.“. Seiner Meinung nach, könne Open Government durchaus einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellen, aber natürlich gebe es keinen Baukasten oder eine Musterlösung für die Probleme. Sein Vortrag war jedenfalls absolut in der Lage das Publikum von dem Verwaltungs-Konzept zu begeistern.</p>
<h3>Maik Kerkhoff &#8211; 3D-Strömungssimulationen in der Getriebeentwicklung</h3>
<p>Maik Kerkhoff, der Maschinenbau und Ingenieurswesen studiert hat und heute bei ZF arbeitet, erfreute das Publikum mit seinen kurzen, und irgendwie sehr nerdigen Ausführungen über 3D-Strömungssimulationen (CFD) in der Getriebeentwicklung. Um dem Publikum dieses komplexe Thema näher zu bringen, verglich Kerkhoff die Strömungen innerhalb eines Getriebes mit einem Bier trinkenden Nerd. Da ein echter Nerd sein Bier mit einem Strohhalm trinke, lasse er sich mit einer Strömung erzeugenden Saugpumpe in einem Getriebe gleichsetzen. Seinen Erzählungen zufolge, stürme der Nerd daraufhin die Tanzfläche und das Bier in seinem Bauch wackele, womit es das Öl im Getriebe simuliere, das durch die Bewegung der Maschine ebenfalls hin und her schwappt. Außerdem gelange das Bier in die Blutbahn des Nerds, und zirkuliere mit Hilfe des Kreislaufes durch seinen Körper. Auch das Öl müsse sich im Maschinenraum verteilen, um alle Teile damit zu versorgen. Das Publikum dankte Kerkhoff seine biergetränkten Vergleiche mit ausgiebigem Applaus.</p>
<h3>Inga Wobker &#8211; Neid: Das gelbe Monster</h3>
<p>Inga Wobker, Mitarbeiterin am Marketing Lehrstuhl, machte aus der Nerd Nite einen „Nerd Neid“, denn in ihrem Vortrag ging es um „Neid: Das gelbe Monster“. Sie erklärte uns, warum es manchmal Spaß macht, anderen zu schaden. Das Publikum lauschte gespannt ihren Ausführungen darüber, was das gelbe Monster aus Menschen mache und man sah den Gesichtern an, dass viele sich darin durchaus wieder fanden. Es gebe konstruktiven Neid, der uns ansporne so gut zu sein wie derjenige, den wir beneiden und destruktiven Neid, der zerstörerische Kräfte in uns hervorbringe. Grundsätzlich sei Neid seit Urzeiten ein Frühwarnsystem des Körpers, das in uns alarmiert anschlägt, wenn wir realisieren, dass andere bessere Überlebenschancen haben als wir.</p>
<p>Abschließend bleibt zu sagen, dass die Nerd Nite ein großartiges, neues Format in Friedrichshafen ist, welches einen unterhaltsamen, lehrreichen Abend mit viel Witz, Charme und Anlass zum Wundern oder Dinge Hinterfragen bietet. Bereits jetzt kann man sich auf das nächste Mal im April freuen, wenn es wieder heißt: It’s like Discovery Channel with Beer! Weitere Nerds, die sich outen wollen, können sich jederzeit bei Nicolai melden ;)</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span>
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		<title>Achtung, die Studi-Guerillas kommen! - Eine Bestandsaufnahme</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Mar 2012 10:02:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Meilin Möllenkamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unikosmos]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Plakat im Flur des Altbaus hängt unscheinbar an seinem Platz in der Wand. Es fällt kaum noch jemandem auf. Alle wissen bereits, dass dort in großen, schwarzen Druckbuchstaben „Eigenzeit für Eigenwilliges“ steht und in einem kleinen orangen Kreis daneben „4 gewinnt“. Es ist eine Werbung für den vierjährigen Bachelor. Nichts Besonderes also, nur mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das Plakat im Flur des Altbaus hängt unscheinbar an seinem Platz in der Wand. Es fällt kaum noch jemandem auf. Alle wissen bereits, dass dort in großen, schwarzen Druckbuchstaben „Eigenzeit für Eigenwilliges“<a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/achtung-die-studi-guerillas-kommen/d70_3701_fragen_meilin/" rel="attachment wp-att-2037"><img src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/D70_3701_fragen_meilin-e1332573902526-1000x624.jpg" alt="" title="Das ursprüngliche Plakat" width="1000" height="624" class="alignleft size-large wp-image-2037" /></a> steht und in einem kleinen orangen Kreis daneben „4 gewinnt“. Es ist eine Werbung für den vierjährigen Bachelor. Nichts Besonderes also, nur mal wieder das übliche Uni-Marketing&#8230;</em></p>
<p>Moment mal! – Da hat sich doch etwas getan. Das Plakat scheint auf den ersten Blick auszusehen wie immer, doch als ich schon fast daran vorbeigegangen bin, drehe ich mich noch einmal um. Ich nehme es genauer unter die Lupe und traue meinen Augen kaum. Mein Blick fällt zuerst auf das Logo rechts oben in der Ecke „Zeppelin University – Zwischen Ufer, B31 und Kaufland“. Wer hat sich das denn einfallen lassen? Das kommt doch nicht vom Uni-Marketing! Oder doch? Verwirrt studiere ich den Rest des Plakates „Keine Zeit für Eigenwilliges“ – „1 gewinnt“ und dann vier Gründe, warum man seine Eltern beim Uni Live!-Tag zu Hause lassen sollte. Genial! Doch woher kommt das Plakat? Und noch interessanter: Seit wann steht es da?</p>
<h3>„Zeppelin University – Zwischen Ufer, B31 und Kaufland“</h3>
<p>Der Auslöser für die Aktion war vermutlich die Debatte, die am Uni-Live!-Tag in der internen Facebook-Gruppe der Universität geführt wurde. Felix Watzka hatte am Samstag mit bahnbrechenden 151 Likes den &#8211; seit dem Video der WHU Euromasters 2011 &#8211; höchsten Rekord in der Gruppe aufgestellt. Und zwar mit seinem Beitrag dazu, ob Pioniere ihre Eltern mit zum Uni Live! – Tag bringen müssten, wenn sie es doch seien, die hier studieren wollten und nicht ihre Alten. Danach haben sich vermutlich ein paar aufmüpfige und grafisch sehr begabte Studenten die Debatte näher zu Herzen genommen und beschlossen, auf Worte Taten folgen zu lassen. Denn knappe zwei Tage später war das alte, langweilige Uni Marketing-Plakat durch ein neues ausgetauscht worden, welches Pionieren empfiehlt, sich vor der Uni eine Auszeit zu nehmen, bis sie 20 sind, um sich in dieser Zeit von ihren Eltern loszulösen und zu sich selbst finden zu können. </p>
<p>Oder waren es Leute aus der Verwaltung, die da ihre Finger im Spiel hatten? Das grafische Knowhow und die täuschende Echtheit des Plakates würden auf jeden Fall dafür sprechen, dass da jemand nachgeholfen hat, der sich gut auskennt mit dem Uni-Marketing&#8230;</p>
<h3>Könnte es der ZU-Kommunikationsdesigner Hertel gewesen sein?</h3>
<p>Philipp N. Hertel, zuständig für Kommunikationsdesign &amp; grafisches Projektmanagement an der Uni, weist jede Schuld von sich. Doch obwohl er selbst nicht daran mitgewirkt haben will, zeigt er sich begeistert von der Aktion. „Ich war vom ersten Moment an positiv überrascht!“, erzählt er. Die abgewandelte Version sei ihm am Montag sofort aufgefallen. „Das ist eine tolle gestalterische Metamorphose&#8221;<a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/achtung-die-studi-guerillas-kommen/dsc_7238_meilin_wuensche/" rel="attachment wp-att-2062"><img src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/DSC_7238_meilin_wuensche-318x480.jpg" alt="" title="Guerilla-Aktion Wünsche" width="318" height="480" class="alignleft size-medium wp-image-2062" /></a>, findet er und ist vor allem von der professionellen Handwerklichkeit und präzisen Umsetzung begeistert. „Die Schnecke ist interessant, sie gleicht fast schon einem Posthorn“, fügt er hinzu.</p>
<p>Dem Großteil seiner Kollegen sei der Unterschied zum alten Plakat zunächst gar nicht aufgefallen. Einigen Mitarbeitern ist es aber scheinbar doch direkt ins Auge gesprungen. „Sieben Leute standen hier am Montagmorgen in meinem Büro“, lacht Hertel. Dass der Redebedarf da so groß war, ist für ihn kein Wunder: „Guerilla-Marketing hat schließlich immer ein konsequentes Element und sorgt damit für eine starke Durchschlagskraft“, weiß der Experte. Aber alle, mit denen er gesprochen habe, und die er auf die Veränderung hingewiesen habe, seien positiv dazu eingestellt gewesen, erzählt er frei. Er vermutet, das läge vor allem daran, dass die Ironie der Inhalte gut funktioniere.</p>
<p>„Im Altbau haben sich bestimmte Kreise totgelacht über das Plakat“, verraten auch andere Stimmen aus den Reihen der Mitarbeiter. &#8220;Das ist die schärfste Guerillaaktion seit dem &#8216;Brand no view&#8217; – als die Seelenfassade mit Lidl- und Alditüten abgeklebt wurde&#8221;, findet einer von ihnen. „Das ist eine coole, subversive Aktion“, sagt ein anderer. Die Guerilla-Aktionen scheinen verdammt gut anzukommen. Doch der Grafiker Hertel weist auch darauf hin, dass es Grenzen gibt: „Sie sollten sich schon fragen: Ab wann ist es Guerilla-Marketing und wo sind da die Grenzen?“. Seit einiger Zeit werde Guerilla-Marketing auch wieder etwas deutlicher in der Werbung genutzt. Vielleicht nehme man die Aktionen deshalb auch bewusster als solche wahr und sehe sie nicht primär als Sachbeschädigung, vermutet Hertel.</p>
<h3>&#8220;Das ist die schärfste Guerillaaktion seit dem &#8216;Brand no view&#8217;&#8221; </h3>
<p>„Es ist nicht selbstverständlich, solche Interventionen hängen zu lassen“, findet ein <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/achtung-die-studi-guerillas-kommen/dsc_7229_meilin_wuensche/" rel="attachment wp-att-2063"><img src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/DSC_7229_meilin_wuensche-1000x664.jpg" alt="" title="Guerilla-Aktion Wünsche" width="1000" height="664" class="alignleft size-large wp-image-2063" /></a>Master-Student und lobt die lockere Einstellung des Präsidiums. Es gebe Gerüchte von einer entfernten Mittagstisch-Diskussion mit dem Präsidium, die wohl ergeben habe, dass es zunächst hängen bleiben solle, erzählt er.<br />
Gestern wurde das Plakat sogar um einen Sticker ergänzt, der die anonymen Texter herzlich zu einem Vortrag beim nächsten Uni Live! Tag einlädt, darüber: Wie man „Helicopter Parents“ am besten los wird. &#8220;Die Reaktion in Form des Stickers ist gemeinsam abgesprochen worden&#8221;, erklärt Hertel. Cool reagiert – Keine Frage.</p>
<p>Guerilla-Aktionen bleiben scheinbar nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch der Studentenschaft lange in Erinnerung. Neben der allseits bekannten „Aldi-Tüten Aktion“ in der Seele als Reaktion auf das orange Kunstwerk an der Glasfassade im Foyer sind auch andere, kleinere Dinge im Gedächtnis der Studenten hängen geblieben. „2010 war da doch die Wunschzettel-Aktion“, erinnert sich ein Student und denkt vergnügt an den Tag zurück, an dem <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/achtung-die-studi-guerillas-kommen/dsc_3347_fragen_meilin/" rel="attachment wp-att-2041"><img src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/DSC_3347_fragen_meilin-e1332583246838-1000x558.jpg" alt="" title="Fragen vom Leben: Heute wieder was verkopft?" width="1000" height="558" class="alignleft size-large wp-image-2041" /></a>in der 1. Etage des Glasbaus lauter Zettel hingen, auf denen in Großbuchstaben Wünsche notiert waren, wie „Größere Brüste“, „Einen Fleischpenis“, &#8220;Mit Karl-Theodor vögeln&#8221; oder ein „15-Zoll-Mac Book Air“. „Und dann gab es da noch die Ausdrucke von dem britischen Street Artist Banksy, die plötzlich überall hingen“, erzählt ein anderer, „Zum Beispiel das Bild von den beiden männlichen Polizisten, die sich küssen“. Außerdem gab es auch noch Postkarten mit universitären Weisheiten, die vom 3. Stock aus an einer Schnur mittig entlang der roten Wendeltreppe hingen. Von den auf Sticker gedruckten, ca. 80 verschiedenen Fragen vom Leben, die über Nacht plötzlich überall in der Uni auftauchten, sind nach wie vor noch Einige aufzufinden. </p>
<h3>Guerilla-Aktionen bleiben nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch den Studenten lange in Erinnerung</h3>
<p>In dem Blogarchiv von der Bachelor-Studentin Hannah Bahl, kann man außerdem immer noch nachlesen, welche Eindrücke diese Aktion bei den <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/achtung-die-studi-guerillas-kommen/d70_3788_fragen_meilin/" rel="attachment wp-att-2050"><img src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/D70_3788_fragen_meilin-e1332575642584-560x323.jpg" alt="" title="Fragen vom Leben: Willst du wirklich mit mir Schluss machen?" width="560" height="323" class="alignleft size-medium wp-image-2050" /></a>Studenten hervorgerufen hat:</p>
<p><em>„Es ist schön wieder an der Zeppelin Universität angekommen zu sein (&#8230;) besonders wenn man mal wieder über ein über Nacht aufgetauchtes Kunstprojekt in der Uni stolpert (&#8230;) Spontane, studentische Kreativausbrüche kommen an einem Ort wie diesem allerdings mit beruhigender Regelmäßigkeit vor (&#8230;) Es ist jedenfalls sehr schön, dass es diese kleinen, beim Betrachter erzwungenen künstlerischen Gedankenpausen plötzlich gibt“</em> (HANNAH’S BLOG, Februar 2012)</p>
<p>Dieser Rückblick zeigt: Die Weitergabe von Uni-Legenden funktioniert und Guerilla-Aktionen scheinen eine durchaus aufrüttelnde, positive Wirkung zu haben, die uns lange erhalten bleibt. Nur die Guerillas, die für die <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/achtung-die-studi-guerillas-kommen/d70_3677_fragen_meilin/" rel="attachment wp-att-2061"><img src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/D70_3677_fragen_meilin-e1332575254273-560x300.jpg" alt="" title="Fragen vom Leben: Was verraten deine Augen?" width="560" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-2061" /></a>Marienkäferplage verantwortlich waren, die haben es wohl zu weit getrieben. Die kleinen Holzmarienkäfer wurden &#8211; laut Erzählungen &#8211; überall in der Uni ausgebreitet, auf dem Treppengeländer, auf den Kaffeeautomaten. – Einfach überall, habe das Zeug geklebt, schimpft ein Student. „Jemand der so etwas hin klebt, muss es auch wieder wegmachen“, lautet der Grundtenor unter den Studenten, ansonsten hat dagegen wohl niemand etwas einzuwenden.</p>
<p>Schön ist auch, zu sehen, dass auf die Guerilla-Aktion sogar richtige Taten folgen sollen. So verspricht es zumindest die studentische Senatorin Sarah Hündgen auf Facebook. Sie wolle sich mit einer Gruppe Studenten zusammensetzen, um konkrete Verbesserungsvorschläge zu sammeln und gemeinsam das Konzept der Info-Tage zu überdenken, schreibt sie. Also, wem die Guerilla-Plakat-Aktion noch nicht genug war, der weiß, wo er sich melden kann.</p>
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		<title>Die Container-Uni wird FAB&#124;ulös! - Wir präsentieren euch euer neues ZU|Hause</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 17:48:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jacqueline Grassmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unikosmos]]></category>
		<category><![CDATA[CU: Die Container kommen]]></category>

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		<description><![CDATA[Am vergangenen Mittwoch präsentierte uns die universitäre Kunst- und Planungsfront stolz ihr &#8220;Baby&#8221;: Die Container-Uni. „Wir bauen eine neue Stadt“, lautet der Slogan, den sich das Team für ihr Projekt überlegt hat. Verschiedene Zeichnungen und Computeranimationen lassen tatsächlich Ähnlichkeiten zu einer Stadt erkennen, die sich hinter den bereits existierenden Containern der DHBW auf einer Wiese am Fallenbrunnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Mittwoch präsentierte uns die universitäre Kunst- und Planungsfront stolz ihr &#8220;Baby&#8221;: Die Container-Uni. „Wir bauen eine neue Stadt“, lautet der Slogan, den sich das Team für ihr Projekt überlegt hat. Verschiedene Zeichnungen und Computeranimationen lassen tatsächlich Ähnlichkeiten zu einer Stadt erkennen, die sich hinter den bereits existierenden Containern der DHBW auf einer Wiese am Fallenbrunnen erstrecken wird.</p>
<h3>„Wir bauen eine neue Stadt&#8221;, lautet der Slogan</h3>
<p>In dem Container-Städtchen sind drei Containerkomplexe für Lehre, Büros und Verwaltung vorgesehen. Gleich am Eingang wird das „Open-Test-Haus“ &#8211; ein von <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/die-container-uni-wird-fabulos/foto_zitat-schafer/" rel="attachment wp-att-1844"><img class="alignleft size-medium wp-image-1844" title="Die Vorsätze für die CU" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/Foto_ZITAT-Schäfer-560x420.jpg" alt="" width="560" height="420" /></a>Studenten verwalteter Containerturm &#8211; zu finden sein und direkt gegenüber der Hangar, der die neue See|e wird. Dazwischen entsteht ein Zwischenraum zum Entspannen. Hier könnten später Litfaßsäulen und Grüninseln zu finden sein.</p>
<p>Wie Karen van den Berg, Inhaberin des Lehrstuhls für Kunsttheorie und inszenatorische Praxis, deutlich zu verstehen gab, geht es nicht darum, den „Containern nur eine Kosmetik zu verpassen“. Stattdessen sei das Ziel: „To convert a place into a state of mind“, zitierte van den Berg den deutschen Kunsthistoriker Andreas Kreul. „Nutze das Provisorium und sorge dafür, dass in vier Jahren alle diesem Zustand nachweinen“, das ist der Vorsatz, den Künstler Christoph Schäfer bei der Gestaltung der Container Uni verfolgt. Das fordert nicht zuletzt auch großen Einsatz von studentischer Seite.</p>
<h3>So groß die Visionen auch sind, sie müssen bezahlt und umgesetzt werden</h3>
<p><span style="color: #000000;"><strong>DER WISSENSCHAFTSBETRIEB.</strong></span> Die Seminarräume werden &#8211; mit Wiesenblick-  im Erdgeschoss zu finden sein. Direkt darüber befindet sich der Wissenschafts- und Verwaltungstrakt. Etwas aufgelockert wird die Container-Akkumulation mit an den Außenwänden angebrachten Treppengeländern und Sonnenterrassen. Innen wird es schön bunt, denn Professoren und Mitarbeiter dürfen aus einer Art Baukastenprinzip das Interieur ihrer Büros selbst zusammenstellen. Ob Goldfolie, 70er Jahre Holzauskleidung, oder Tapete. Wir dürfen auf die Stunde der Wahrheit gespannt sein, in der sich zeigen wird, welches Stilvermögen in unseren Wissenschaftlern steckt. Die Container haben, was den Wissenschaftsbetrieb angeht, allerdings auch einen Nachteil. Die längliche Anordnung der Seminarräume, die der vorgegebenen Standardgröße der Container geschuldet ist, und das dünne Blech, lassen Bedenken bezüglich der Akustik aufkommen.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">DAS OPEN-TEST-HAUS.</span></strong> Die Gerüchte stimmen. Im Open-Test-Haus wird es tatsächlich keine Hausordnung geben. Der „Sturm-freie Turm“ wird zentral gelegen, das höchste Gebäude des CU-Städtchens sein. Ob die <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/die-container-uni-wird-fabulos/open-test-haus/" rel="attachment wp-att-1841"><img class="alignleft size-medium wp-image-1841" title="Das Open-Test-Haus: Die Sturm-freie Zone" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/Open-Test-Haus-560x420.jpg" alt="" width="560" height="420" /></a>Höhe für einen Seeblick reicht, bleibt aber abzuwarten. Im Open-Test-Haus wird alles vorzufinden sein, was abgesehen von Lernen, so Spaß macht.<br />
Die reservierten Container für den <em>„Experimentellen Raum“</em>, werden mit einem mobilen Möbelkonzept ausgestattet. Bar, Bänke oder Tische lassen sich in Form von zusammengesetzten Würfeln schnell aufbauen. Hier ist Platz für „Kunstinstallationen und Themenparties, die nur wenige verstehen werden“, prophezeit der Künstler Christoph Schäfer.<br />
Für körperliche Ertüchtigungen wird der <em>„Sport &amp; Spielsachen-Container“</em> da sein. Weil Sportgeräte nicht ganz billig sind, muss hier allerdings noch etwas improvisiert werden. Ein Boxsack und eine Spielecke sind aber bereits fest eingeplant und werden so manch einen ZU-ler von angestauten Aggressionen befreien können. Von einer Kletterwand träumt vor allem noch die Klettergruppe des ZU-Hochschulsports &#8211; dieser wurde bisher aber noch keine Zusage erteilt.<br />
Im <em>„Kaminzimmer&#8221; </em> kann man bei gemütlicher Athmosphäre und angenehmer Gesellschaft so richtig entspannen.<span style="color: #ff0000;"> </span><a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/die-container-uni-wird-fabulos/drop-out/" rel="attachment wp-att-1873"><img class="alignleft size-medium wp-image-1873" title="Drop Out: Lärm bis das Blech scheppert" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/Drop-Out-560x420.jpg" alt="" width="560" height="420" /></a>Wer sich ganz aus der Welt ausklinken will, der wird in den <em>„Radical Retreat Containern“</em> empfangen. Angedacht sind Schlafmöglichkeiten und ein bewegliches Vorhangsystem – klingt das nicht traumhaft?<br />
In unmittelbarer Nähe soll es auch Raum für ausgiebige Kochorgien geben. Wer jetzt noch nicht genug hat, darf sich im <em>„Atelier“</em>, bei einer Art begehbaren Werkzeugkiste kreativ austoben, oder kann im &#8220;<em>Drop out-Container&#8221;</em>, dem unterirdischen Bandraum, der durch Erde und Mist gedämmt werden soll, so laut proben, wie er möchte. Ob es diesen geben wird, liegt allerdings in den Händen der ZU-Band.<br />
Dem studentischen Engagement wird außerdem endlich mit einem  <em>„</em><em>shared archiv&#8221;</em> Platz zum Arbeiten geboten. Dann kann man den Oszillograf endlich auch physisch antreffen.</p>
<p><strong>DER HANGAR.</strong> Eine große Halle, vergleichbar mit der See|e, wird der neue „Place to be“. Hier wird es Lernplätze und Sitzmöglichkeiten geben, aber auch diverse Veranstaltungen sind in diesem besonderen Ambiente vorgesehen.</p>
<p><strong>DAS MUNDVOLL.</strong> Der Hangar könnte eine neue Heimat für unsere Kaffekocher und Muffinbäcker bieten. Denn das Mundvoll wird mit dem Auszug aus dem Fab 2 obdachlos. Eine ordentliche schwäbische Mittagsmahlzeit, wird es dort aber nicht geben. Vermutlich müssen wir dafür in Zukunft das Refugium stürmen. Näheres ist in Planung.</p>
<p><a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/die-container-uni-wird-fabulos/inserts/" rel="attachment wp-att-1843"><img class="alignleft size-medium wp-image-1843" title="Inserts sorgen für Abwechslung" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/Inserts-560x420.jpg" alt="" width="560" height="420" /></a><strong>INSERTS.</strong> Jeder Containerkomplex soll ein Insert bekommen. Es könnte zum Beispiel ein Jules Verne &#8211; Container entstehen, so die Kultur- und Medienwissenschaftlerin Gloria Meynen. Komplett gepolstert soll der Raum sein. In der Mitte der Polster könnte sich jeweils ein Knopf befinden. Was der auslösen soll, wird aber wohl vorerst Meynens Geheimnis bleiben. In den Ritzen zwischen den Polstern sei Platz, um Dinge zu verlieren oder Bücher zu finden.</p>
<p><strong>GLAM DEKO.</strong> Viva Las Vegas &#8211; Der Wilde Westen soll ebenfalls Einzug erhalten in die CU. Wenn auch nur optisch. Wie üppig das Bling-Bling wird, hängt auch hier wieder von Geld und Engagement ab. Aber inspiriert Las Vegas inspirieren, dürfte uns da wohl so Einiges einfallen&#8230; Bevor irgendwelche betrunkenen Metrogänger unsere heiligen Hallen besudeln, machen wir das lieber selbst!</p>
<p>Die ZU ist offen für die CU, das war in der Präsentation deutlich spürbar. Dass man sich hier mit seinen ganz persönlichen Wünschen und Ideen einbringen kann und diese auch umgesetzt werden, ist keine Floskel sondern absolut erwünscht &#8211; Auch wenn es leider keinen Darkroom, keinen Schwimmcontainer und auch keine Wasserfälle geben wird.</p>
<p><strong>EURE Möglichkeiten euch in Zukunft in das Projekt einzubringen:</strong></p>
<p><em>Zu|Satz Seminar: Für Hand &amp; Kopf, 12.08-31.08.12</em><br />
Die Studenten werden mit Margot Cszenki und Christoph Schäfer, gemeinsam mit Hand und Kopf in die Gestaltung der Container <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/die-container-uni-wird-fabulos/summercamp/" rel="attachment wp-att-1842"><img class="alignleft size-medium wp-image-1842" title="Zusatz Seminar: Für Hand &amp; Kopf" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/Summercamp-560x420.jpg" alt="" width="560" height="420" /></a>einbezogen &#8211; Hier wird gesägt, gebohrt, gepinselt und gedacht. Außerdem wird auch eine Exkursion nach Hamburg geboten. Zur Belohnung der Schweißarbeit gibt es 5 ECTS.</p>
<p><em>CCM-Seminar: Cultural Planning</em><br />
Hier wird es um Kultur bei der Stadtentwicklung gehen. Weitere Details werden noch bekanntgegeben.</p>
<p><em>CU Lecture Series:</em><br />
Begleitend zum Containerjahr wird es Vorträge und Diskussionen geben, die sich ausgiebig mit dem Thema Urbanität auseinandersetzen. Die Serie startet im Herbstsemester. Termine werden bekannt gegeben</p>
<p>Das Angrillen, zu dem alle eingeladen sind, die den Sommer am See verbringen, findet am 12. August auf dem neuen CU Campus statt.</p>
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		<title>Der verzögerte Spatenstich - Wieso wir ab Herbst in Containern lernen werden: Eine Spurensuche</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 17:01:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Artur Lebedew</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akzente]]></category>
		<category><![CDATA[CU: Die Container kommen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es regnet. Eine Lichterkette schlängelt sich am Boden entlang brennender Fässer und Heizpilze, vorbei an Studenten, Dozenten, dem ZU-Präsidium und Andreas Brand, dem Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen, hin zu einem weißen, in der Leere stehenden Container &#8211; Symbolischer geht es kaum. Dort, wo man an diesem Tag die Neugründung der Graduate School feiert, werden bald [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es regnet. Eine Lichterkette schlängelt sich am Boden entlang brennender Fässer und Heizpilze, vorbei an Studenten, Dozenten, dem ZU-Präsidium und Andreas Brand, dem Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen, hin zu einem weißen, in der Leere stehenden Container &#8211; Symbolischer geht es kaum. Dort, wo man an diesem Tag die Neugründung der Graduate School feiert, werden bald Räume mit Tischen und Stühlen sein und da, wo die Lichterkette liegt, werden bald Mauern stehen, die den Umriss des umgebauten Gebäudes am Fallenbrunnen 3 ausmachen. Wann dieses &#8220;bald&#8221; sein wird, ist allerdings noch nicht klar. Ab nächsten Herbst ist die Realität vorerst der blecherne Kasten am Rand.</p>
<p>„Es ist jedem klar, dass die Container nur eine provisorische Lösung darstellen“, sagt die ZU-Kanzlerin Katja Völcker und verweist auf die Übergangszeit, in der die Wissenschaftler, Dozenten, Studenten und Mitarbeiter der Zeppelin Universität noch nicht in einem langfristig angelegten Bau ihrem Alltag nachgehen können. Der Grund dafür ist offenkundig: Im Sommer 2012 laufen die Mietverträge für die Räume am FAB 2 aus. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) wächst und braucht den bisher von der ZU eigenommenen Platz selbst. Hinzu kommt, dass die neuen Gebäude hinter dem Torbogen entlang der Straße am Fallenbrunnen noch nicht fertig gestellt sind &#8211; Bisher ist noch nicht einmal ein Bagger in Sicht. Es steht allerdings fest, dass gebaut wird und mit einer Fertigstellung wird spätestens im Frühjahr 2014 gerechnet. Und trotzdem: hätte man das alles nicht vorhersehen und eher mit dem Bau beginnen können?</p>
<h3>Die Ausweitungspläne der Uni standen schon 2009 fest</h3>
<p>„Die Pläne für eine Ausweitung der Uni am Fallenbrunnen standen bereits vor 2009 fest“, erklärt Karja Völcker. Und tatsächlich: Am 17. Dezember 2009 berichtete die Regionalzeitung &#8220;Südkurier&#8221; von einem geplanten Umbau für die weiter anwachsende Zeppelin Universität im Gebäude des Fallenbrunnen 3. Bürgermeister Stefan Köhler begeisterte sich für den baldigen neuen „Wissensstandort“, der im Gebiet um die alten französischen Kasernen entstehen sollte. Am 19. Dezember 2009 war außerdem zu lesen, dass die Stadt Friedrichshafen dem Bund 26 Hektar Land im Gebiet Fallenbrunnen abgekauft habe und damit den wichtigen ersten Schritt für das neue ZU-Gebäude machte. Der Pressesprecher der ZU, Rainer Böhme, schätzte damals, dass ein möglicher Einzugstermin bereits im Herbst 2012 sein könnte. Anschließend verlief die Konzeption zunächst nach Plan: Im Mai 2010 wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Im darauf folgenden September fiel die Entscheidung dafür und das Bauvorhaben wurde der Stadt Friedrichshafen vorgelegt.</p>
<h3>Die Stadt stand vor der schweren Entscheidung: Bürgschaft für die Uni oder Eigenbau</h3>
<p>Nun lag es an der Stadt, weitere Schritte einzuleiten, die Bauerlaubnis für den Um- und Neubau zu erteilen und die Frage zu klären, wie eine Finanzierung ausgestaltet sein könnte. Die ZU hatte aktiv angeboten, den Campus – mit städtischer Bürgschaft und Bankdarlehen – selbst zu bauen, was für die Stadt möglicherweise einfacher gewesen wäre. Die Alternative dazu war, dass die Stadt selber baut und das Gebäude anschließend an die Uni vermietet. Die Entscheidung für eine dieser beiden Möglichkeiten ließ lange auf sich warten. Im Mai 2011 riefen aus diesem Grund Studenten der Zeppelin Universität zum Protest auf und veranstalteten die legendäre Aktion „Freiluft-Uni“. Rund 100 ZU-ler versammelten sich samt Buch und Block auf der Treppe vor dem Rathausgebäude in Friedrichshafen und machten auf die prekäre Situation aufmerksam – hielten improvisierte Präsentationen, diskutierten und lauschten Vorträgen ihrer Dozenten. Reaktionen von der Stadt Friedrichshafen blieben jedoch aus.</p>
<p>„Natürlich hat die Entscheidung des Gemeinderates länger auf sich warten lassen, als wir es uns erhofft hatten“, blickt Katja Völcker zurück und zeigt Verständnis gegenüber dem Prozess: „Man muss allerdings auch berücksichtigen, dass es sich hier um ein anspruchsvolles Entwicklungsziel handelt, das genauer Festlegung und Regulierung bedarf.“ Die nötige Investitionssumme von über 20 Millionen Euro sei für eine mittelgroße Stadt wie Friedrichshafen schließlich viel Geld.<br />
Für Jochen Wiesener, langjähriges Mitglied der Partei „Bürger aktiv“ und Abgeordneter des Gemeinderates in Friedrichshafen, liegt das Problem auf der strukturellen Ebene. „Es ließ sich kaum jemand finden, der dem Ausbau der Zeppelin Universität nicht zugestimmt hätte“, sagt Wiesener: „doch um eine sachgemäße Prüfung eines solchen Antrages zügig durchzuführen, fehlt es der Stadt schlicht am Personal&#8221;. Neben dem Umbau vom FAB 3 gehe es noch um die Bauvorhaben des Hallenbades, des Jugendhauses &#8220;Molke&#8221;, diverser Sportplätze und häufig plötzlich auftretender Infrastruktur-Projekte wichtiger Industrieteilnehmer der Stadt. Eine schnelle Prüfung sei deswegen unmöglich.</p>
<h3>Durch das Promotionsrecht konnte das Projekt womöglich an Wichtigkeit gewinnen</h3>
<p>Die Wichtigkeit der Projekte bestimmt die Reihenfolge, in der die Prüfer auf die Bauvorhaben angesetzt werden. Die Wichtigkeit des Baus am FAB 3 könnte durch eine Entscheidung erhöht worden sein, die nicht in Friedrichshafen getroffen wurde, sondern in Köln. Am 27. Mai 2011 legte der Wissenschaftsrat, mit Sitz am Rhein, die Empfehlung vor, der ZU das Promotionsrecht zu erteilen und schuf damit die Voraussetzung dafür, im September die Titelrechte zu erhalten. Durch die Entscheidung wurde die Zeppelin Universität nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht attraktiver, sondern verbesserte damit auch den Wert des Standortes Friedrichshafen. Am 21. Juli 2011 beschloss der Gemeinderat die Unterstützung für den Um- und Ausbau des Gebäudes am Fallenbrunnen 3. Für 21 Millionen Euro wurde die Zeppelin Stiftung beauftragt, den Bau gemäß den Plänen der Zeppelin Universität durchzuführen. Oberbürgermeister Brand begründet die lange Verzögerung des Projektes folgendermaßen: „Wir wollten die Gewissheit haben, dass die Unterstützung in diesem Umfang notwendig ist“. Wenn die Stadt eine solche Investition für die Zukunftsplanung beschließe, wolle sie auch mitreden können, erklärt Brand die Entscheidung, nicht für den Kredit der ZU zu bürgen, sondern stattdessen selbst zu bauen und anschließend das Gebäude an die Zeppelin Universität zu verpachten.<br />
Diese Entscheidung der Stadt, bedeutete für das Bauprojekt einen zusätzlichen Zeitaufwand von etwa 6 Monaten, da weitere europaweit auszuschreibenden Vergabeverfahren, denen die Zeppelin Stiftung als öffentlicher Auftraggeber unterliegt, erforderlich wurden.</p>
<p>Wie weit sich der konkrete Baubeginn jetzt noch verzögern wird, steht noch nicht fest. Im Moment geht es um die letzten Details der Finanzierung und der Verhandlung zwischen dem Finanzamt und der Zeppelin Stiftung. Dass der Spatenstich immer noch nicht gemacht wurde, sieht Völcker aber pragmatisch: „Für uns steht langfristig gesehen, vor allem die Qualität des neuen Haupt-Campus im Vordergrund&#8221;. Bei einem 21 Millionen Euro Bauprojekt dürfe man keine aus Zeitnot getriebenen Fehler machen, sondern sollte vor allem intensiv und genau planen.</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span>
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		<title>Einführung in die Architektursoziologie - Was sagt der Soziologe zum Studieren in Containern?</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 17:01:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Meilin Möllenkamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akzente]]></category>
		<category><![CDATA[CU: Die Container kommen]]></category>

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		<description><![CDATA[Dirk Baecker steht zwischen den prall gefüllten Bücherregalen in seinem Büro. Gedankenverloren lässt er den Blick aus dem Fenster neben seinem Schreibtisch über den See schweifen. „Ich wollte unbedingt einen Segelschein machen, als ich herkam“, erzählt er. Aber mit der Zeit habe er den See nicht mehr als so etwas Besonderes und Anziehendes empfunden, wie es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dirk Baecker steht zwischen den prall gefüllten Bücherregalen in seinem Büro. Gedankenverloren lässt er den Blick aus dem Fenster neben seinem Schreibtisch über den See schweifen. „Ich wollte unbedingt einen Segelschein machen, als ich herkam“, erzählt er. Aber mit der Zeit habe er den See nicht mehr als so etwas Besonderes und Anziehendes empfunden, wie es zu Anfang noch der Fall gewesen sei. „Vermutlich habe ich meinen Wunsch deshalb nie in die Tat umgesetzt“, begründet er schmunzelnd. So wie ihm, geht es vielen, die an der Universität lehren oder studieren. Irgendwann nimmt man das atemberaubende Umfeld einfach als selbstverständlich an. Immer seltener lässt man den See dann noch bewusst auf sich wirken.</p>
<p>Die Verschiebung des Hauptcampus weg vom See hin zum alten Kasernengelände ist in Baeckers Augen vor allem eine Gewöhnungssache. „Großzügige Räume können die Standortverschiebung durchaus wieder wettmachen“, meint er. Grundsätzlich steht er der Containerlösung optimistisch gegenüber: „Übergangslösungen haben einen belebenden Einfluss“. Das Spielerische und Provisorische stecke zu Kreativität an. Für ihn komme es darauf an, was wir aus den Containern machen.</p>
<h3>„Übergangslösungen haben einen belebenden Einfluss“</h3>
<p>Wenn man ihn fragt, was bei der Gestaltung des neuen Campus beachtet werden sollte, bekommt man direkt eine Einführung in die Architektursoziologie. „Die Ordnung von Räumen wirkt sehr stark auf denjenigen, der sich in einem Gebäude befindet, auch wenn das unbewusst geschieht“, erklärt der Professor. Gedanken verhielten sich ähnlich wie Menschen. Schwelleneffekte in Räumen seien deshalb beispielsweise von großer Relevanz. Diese entstünden, je nachdem, wie man in den Raum hinein und wie man wieder herauskomme. Laut Baecker ist für eine gute Arbeitsatmosphäre entscheidend,  den Raum so zu gestalten, das man sich dort <a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/einfuhrung-in-die-architektursoziologie/baecker/" rel="attachment wp-att-1468"><img class="alignleft size-medium wp-image-1468" title="Dirk Baecker" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/baecker-e1332349040534-340x480.jpg" alt="" width="340" height="480" /></a>konzentrieren kann, ohne dass die Außenwelt dabei verschwindet.</p>
<p>„Ein Raum muss einem helfen, das zu tun was man möchte und gleichzeitig aufzeigen, was derweil draußen passiert“, sagt er. Das bedeute, dass Transparenzeffekte genauso gegeben sein müssten, wie die Bedingung, dass sich der Raum schließen lasse.<br />
Für das Wohlfühlen spiele neben der Atmosphäre, die durch Material, Boden und Möbel hergestellt werde, auch das Klima eine Rolle. Hierzu gehöre sowohl die Temperaturregulierung im Raum, als auch beispielsweise das Vorhandensein eines Windzuges. Auch die Stimmung eines Raumes, die sich im sozialen Zueinander wiederspiegele, sei zu berücksichtigen. Diese äußere sich unter anderem bei der Frage der Tischordnung und in der Asymmetrie des Raumes.</p>
<p>„Es gibt in jedem Raum ein oben“, weiß Baecker. Damit meint er einen zentralen Punkt, auf den der Raum ausgerichtet sei. „In unseren bisherigen Räumen ist das die Tafel“, sagt er und klingt davon wenig begeistert. Das könne man in den neuen Räumen am Fallenbrunnen 3 und in den Containern beispielsweise ändern, je nachdem welche Stimmung man erzeugen wolle.<br />
Aus der Sicht des Soziologen kann Kunst an Räumen nichts Wesentliches ändern. „Deshalb ist die Containerkunst in meinen Augen eher zu vernachlässigen“, findet Baecker &#8211; wohl wissend, dass Frau Van den Berg da anderer Meinung ist. In seinen Augen sei das ein überflüssiges Moment. Er unterscheide lediglich zwischen Kunst, die gelungen sei und Kunst, die den Raum barrikadiere.</p>
<h3>Wird das Seemoos demnächst zur &#8220;Rentner-Uni&#8221;?</h3>
<p>Fragt man ihn, wo er denn in Zukunft gerne sein Büro hätte, bekommt man eine zögerliche Antwort. „Ich schwanke zwar noch, habe aber durchaus einen Hang zum Rentendasein“, sagt er nach kurzem Überlegen. Er befürchtet nämlich, dass der Standort am Seemoos zur „Rentner-Uni“ wird, während der Fallenbrunnen sich zum „Pionierteil der Uni“ entwickelt. „Mit dem Umzug der Bibliothek wird sich oben auf dem Kasernengelände demnächst das meiste Leben abspielen“, vermutet er.</p>
<p>Es könne aber passieren, dass wir den See wieder anders wahrnehmen und mehr zu schätzen wüssten, wenn wir nicht mehr so häufig am Seemooser Horn sind. „Vielleicht gibt es dann zukünftig mehr Leute, die tatsächlich einen Segelschein machen und sich das nicht nur vornehmen“, sagt Baecker und lächelt.</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Bertram Rusch</span>
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		<title>Vom Drogencontainer und Erotikräumen&#8230; - Was man aus Blech und viel Fantasie alles machen kann</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 17:01:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jacqueline Grassmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akzente]]></category>
		<category><![CDATA[CU: Die Container kommen]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele quält nur eine einzige Frage, wenn sie an den vorübergehenden Umzug der ZU in die Container denken. Wie wird das Ganze eigentlich aussehen? Soviel lässt sich sagen: „Container“ war keine Pseudo-Hipster-Umschreibung für eine neue Luxusvilla. Uns erwartet Blech. Container ist aber trotzdem nicht gleich Container. Es gibt viele Möglichkeiten, diese in eine räumliche Komposition zu fügen, sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele quält nur eine einzige Frage, wenn sie an den vorübergehenden Umzug der ZU in die Container denken. Wie wird das Ganze eigentlich aussehen? Soviel lässt sich sagen: „Container“ war keine Pseudo-Hipster-Umschreibung für eine neue Luxusvilla. Uns erwartet Blech. Container ist aber trotzdem nicht gleich Container. Es gibt viele Möglichkeiten, diese in eine räumliche Komposition zu fügen, sie anzumalen oder auszustatten.</p>
<p><a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/vom-drogencontainer-erotikraumen-kurz-der-containeruni/olympus-digital-camera/" rel="attachment wp-att-1523"><img class="alignleft size-medium wp-image-1523" title="" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/3195578220_9e998173ce_o_container_COPYRIGHT-DAZUSCHREIBEN_und-zwar_JaviC_flickr.com_-e1332435599702-560x443.jpg" alt="" width="560" height="443" /></a>Christoph Schäfer und seine Kollegin Margit Czenki, sowie das Architektenteam „quartier vier“ aus Leipzig sind dafür zuständig, dem Container Leben einzuhauchen. Aber nicht nur die Profis haben das Sagen &#8211; Nein, es ist einmal mehr der unterbeschäftigte ZU-Student gefragt, seine Wünsche und kreativen Ideen mit in den Topf zu werfen.</p>
<p>Um aus diesen Zutaten eine Designsuppe zu kochen, chillte das Hamburger-Duo mehrere Tage in unserer gemütlichen Lounge und sammelte Vorschläge, Anmerkungen und viele wilde Wünsche. Schon beim ersten Treffen aller Blech-Interessierten war klar, dass es hier um ein Experiment geht. Die Container-Uni (CU) wird als ein Vorläufer des FAB 3 die „Generalprobe des Projekts Fallenbrunnen“. Hier lässt sich das erproben, was schon ein Jahr später als Zukunftsmusik erklingen soll. Eine Generalprobe für ein Bauprojekt findet man nicht alle Tage und das kann mit Fug und Recht als echter Luxus bezeichnet werden. Entsprechend dem experimentellen Charakter der Container-Uni hagelte es die absurdesten Ideen von Seiten der Studenten. Deshalb lassen wir es uns nicht nehmen, euch in die CU zu entführen, die wir bekämen, wenn man so manchen Hirnen unserer Uni freien Lauf ließe&#8230;</p>
<h3>Eine Fantasiegeschichte zur Container-Uni:</h3>
<p><em>Schon aus der Ferne erkennt der ZU Student SEINE CU. Die mit <strong>Graffiti</strong> besprühten Container leuchten ihm bunt entgegen. Die <strong>Wasserfälle</strong>, die von einigen Containernwänden herunter prasseln, sind nicht unerheblich laut und schon von Weitem zu hören. Der Student hat die akustische Orientierung auch dringend nötig, denn er hat nicht geschlafen und mit schweren Augenliedern zu kämpfen. Gestern &#8211; genauer gesagt, bis vor ein paar Stunden &#8211; tanzte er nämlich noch ausgelassen im <strong>Drogencontainer</strong>. Die Mischung aus Koks und Extasy hat ihm keinen Schlaf gegönnt. Den Eingang des Campus passiert, vorbei an der <strong>lebensgroßen Statue von Jansen</strong>, setzt er sich erstmal auf eine der <strong>Riesenkorbschaukeln</strong>. Immer noch etwas abwesend  beobachtet er seine Kommilitonen bei einer Partie Schach auf dem Riesenschachfeld. Als er jedoch ein Mädchen die große Rutsche heruntersausen sieht, ergreift er die Flucht. Wer begegnet schon gerne seinem Techtelmechtel von letzter Nacht, das man sich im Darkroom ja nun wirklich nicht objektiv auswählen kann- zumindest nicht nach optischen Kriterien. Nach einem erfrischenden Bad im hauseigen <strong>Schwimmcontainer</strong>, lässt er sich noch von einer <strong>Japanischen Masseuse</strong> den Rücken durchkneten – endlich fit für die Uni! Und Uni heißt in dem Fall erst einmal trainieren gehen im <strong>Golf- und Jagdsportcenter</strong>. Wer hier nichts wird, bleibt vom eigentlichen Geschäft der Wirtschaftsbosse ein Leben lang ausgeschlossen. Nach ausgiebigem Geballere mit Waffen und Golfschlägern macht sich der ZU-Student so langsam auf Richtung Heimat um sich dort zu erholen– so ein Studium an DER CU ist nämlich richtig anstrengend&#8230;</em></p>
<h3>Wir müssen euch leider enttäuschen: Dieser Vorschlag wurde abgelehnt!</h3>
<p>Ja so hätte sie wohl ausgesehen unsere CU &#8211; Wird sie aber nicht! Dem Drogencontainer wurde eine klare Absage erteilt. Einige Studenten waren der Meinung das dopple sich ja schließlich mit dem angesetzten Partycontainer. Aber wer weiß, ob aus dem gewünschten Container für Wirtschaftsastronautik, nicht am Ende doch noch ein weltweit einzigartiger Studiengang hervorgeht &#8211; hier an der Zeppelin Universität &#8211; Wo auch sonst!?!?</p>
<p>Aber zurück zu dem, was uns tatsächlich ab dem Sommer 2012 erwartet. Versucht man sich einen Überblick über den aktuellen Stand des Designs zu verschaffen, schwirren einem Worte wie „Glam Deko“, „Radical Retreat“ und „Open Test Haus“ um die Ohren. Worum handelt es sich hierbei eigentlich? Das erklären wir lieber in einem anderen Artikel noch mal ganz genau. Auf jeden Fall ist das Hauptziel, mit der Container-Uni einen Ort zu schaffen „an den sich alle noch zurücksehnen werden“. Klingt vielversprechend, oder? Genauso wie das „Open Test Haus &#8211; The Hausordnung does not apply“. Tatsächlich eine Sturm-freie Zone? &#8211; Das hätten viele von uns nicht einmal zu träumen gewagt. Ja, ob man&#8217;s glaubt oder nicht, die ZU wird erwachsen und mit ihr auch ihre Studenten, die sich im Open Test Haus in der studentischen SELBST-Verwaltung üben dürfen. Beinhalten soll dieser „formalrechtlich aus der Uni herausgelöste“ Containerkomplex alle Räume, die nicht direkt mit dem normalen Unibetrieb zu tun haben. Also, wir halten euch weiter auf dem Laufenden!</p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Foto: JaviC/flickr.com</span>
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		<title>Wie können Gesellschaften gesteuert werden? - Serie | Professoren sprechen über ihre Forschungsarbeit - Prof. Dr. Helmut Willke </title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 17:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenny Fadranski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkanstöße]]></category>

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		<description><![CDATA[Prof. Dr. Helmut Willke ist Professor am Lehrstuhl für Global Governance an der ZU. Er studierte Rechtswissenschaft, promovierte daraufhin in Marburg und bereits 1982 erhielt er einen Ruf an die Universität Bielefeld. 1983 habilitierte er mit seiner Schrift “Entzauberung des Staates” und erhielt 1994 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Besondere Bedeutung hat das wissenschaftliche Wirken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Helmut Willke ist Professor am Lehrstuhl für Global Governance an der ZU. Er studierte Rechtswissenschaft,<br />
promovierte daraufhin in Marburg und bereits 1982 erhielt er einen Ruf an die Universität Bielefeld. 1983 habilitierte er mit seiner Schrift “Entzauberung des Staates” und erhielt 1994 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Besondere Bedeutung hat das wissenschaftliche Wirken Willkes für die soziologische Systemtheorie. Im Gespräch mit dem Oszillograf erzählt Helmuth Willke von seiner Forschungsarbeit und wie er die Frage fand, die ihn seither beschäftigt.</p>
<div>
<p><a href="http://www.oszillograf.com/2012/03/konnen-gesellschaften-gesteuert-werden/img_3427_willke_jacqueline-2/" rel="attachment wp-att-1191"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1191" title="Helmuth Willke" src="http://www.oszillograf.com/wp-content/uploads/2012/03/IMG_3427_willke_jacqueline1-e1332159741901.jpg" alt="" width="100" height="150" /></a><strong>He</strong><strong>rr Willke, Sie erforschen die Steuerung von Gesellschaften und politischen Systemen mit Hilfe der Systemtheorie. Wie sind sie eigentlich auf diese Theorie gestoßen</strong><strong>?<br />
</strong>Auf Umwegen. Als Jurastudent bin ich auf Luhmann gestoßen, und da mir Jura vom ersten Semester an zu trocken, zu traditionell und zu dogmatisch war, schien mir Luhmann genau die Offenheit zu bieten und einen völlig anderen Denkrahmen zu geben. Für mich war klar, das ist eine hochinteressante Theorie, die ich mir genauer ansehen muss.</p>
<div>
<p><strong>Hatten Sie als Student schon bestimmte Fragen im Kopf, die Sie mit Hilfe der Systemtheorie beantworten wollten?<br />
</strong>Ja, das denke ich schon. Als Verfassungsjurist war meine große Frage von Anfang an: Wie steuern sich Gesellschaften? Ist zum Beispiel die Verfassung eine Möglichkeit, ein politisches System und eine ganze Gesellschaft zu steuern. Innerhalb der Rechtswissenschaften findet man einige Antworten, aber es war klar, dass das bei Weitem nicht ausreicht. Luhmann hat in dem Bereich zunächst eine völlige Gegenposition aufgebaut, denn er hat jede Steuerung komplexer Systeme abgelehnt. Das war der Stachel im Fleisch, der für mich gleichzeitig hoch attraktiv war, weil ich wusste, dass ich Luhmann hier widersprechen muss. Das hat zu einer sehr fruchtbaren Beziehung geführt, die mir gezeigt hat, dass Luhmann ein genialer Denker war, gar keine Frage. Aber er hat genau in dem Punkt, der mich interessiert hat, überreagiert. Erst sehr viel später, nach vielen Jahren der Diskussion, hat er eingesehen, dass es so etwas wie Steuerung doch geben muss.</p>
<p><strong>Welche Fragen erforschen Sie aktuell?<br />
</strong>Ganz aktuell beschäftigt mich die Frage der Steuerung des globalen Finanzsystems. Das ist wahrscheinlich das zurzeit weiteste und schwierigste Feld. Allerdings tauchen die ganzen Fragen, die ich vorher bezogen auf Organisation, Gesellschaft, oder gesellschaftliche Subsysteme untersucht habe, wieder auf. Jetzt aber, in einem globalen Kontext und vor allen Dingen in der Mischung von Politik- und Wirtschaftssystemen.</p>
<p><strong>Welche bisherigen Erkenntnisse wenden Sie auf die Erforschung des globalen Finanzsystems an?<br />
</strong>Eigentlich die ganze systemtheoretische Apparatur. Dabei gehe ich von der Differenzierung der Gesellschaft aus, was ein Merkmal der Modernisierung westlicher Gesellschaften ist. Es meint die funktionale Differenzierung der Gesellschaft in verschiedene Teilsysteme, wie Politik, Ökonomie, Erziehung, Gesundheit, Kultur, Familie und viele mehr. Es gibt ein Dutzend solcher Funktionssysteme, die aber bisher eigentlich sehr stark durch das politische System als nationalstaatlich organisiertes System zusammengehalten worden sind. Mit steigender Globalisierung wandern diese Subsysteme in das globale Feld hinein und vernetzen sich viel stärker global, was wir zum Beispiel am globalen Wirtschafts- und Finanzsystem beobachten können. Das bedeutet, dass die systemtheoretisch zentrale Figur der funktionalen Differenzierung jetzt auch auf den globalen Rahmen angewendet wird, mit einer Besonderheit, dass es eben kein globales politisches System gibt.</p>
<p><strong>Bedeutet das, dass die nationalstaatliche Politik, langfristig betrachtet, verschwinden wird?<br />
</strong>Ganz sicher nicht. Der Nationalstaat bleibt bestehen und behält auch bestimmte Funktionen. Aber er kommt zunehmend in Schwierigkeiten, in Konkurrenz und in eine Lage, wo sehr viele Entscheidungen über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg gefällt werden müssen, weil es Probleme gibt, die nicht nationalstaatlich begrenzt sind. Das heißt, der Nationalstaat kommt hier in ein ziemliches Dilemma hinein. Er muss einerseits nach wie vor so tun, als könnte er mit den politischen Problemen umgehen, kann das aber in aller Regel nicht, weil die Probleme selbst transnational oder global sind.</p>
<p><strong>Welche Organisationen werden es sein, die dann mit den Problemen umgehen können?<br />
</strong>Eine ganze Reihe. Es gibt erstens Vertragswerke zwischen Nationalstaaten. Das ist die klassische internationale Politik, innerhalb derer sich entweder einige Länder oder Regionen zusammenschließen, und versuchen etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Viel interessanter ist aber, dass es seit einigen Jahrzehnten so genannte globale Organisationen gibt, die tatsächlich für bestimmte Bereiche, die ich laterale Weltsysteme nenne, verantwortlich sind, und versuchen in diesen Subsystemen so etwas wie eine subsystemspezifische Politik zu entwickeln. Zum Beispiel die WTO, für das Welthandelssystem, die WHO, für das Weltgesundheitssystem, der IMF für das Bankensystem und so weiter.</p>
<p><strong>Welche Erkenntnisse konnten Sie durch die Erforschung globaler Steuerung bereits gewinnen?<br />
</strong>Wir müssen von bestimmten vereinfachten Vorstellungen Abschied nehmen. Zum Beispiel gibt es nicht einfach den schlichten Widerspruch zwischen der ersten und der dritten Welt, sondern wir befinden uns längst in einer hoch komplexen Lage, in der es in der dritten Welt genauso Gewinner und Verlierer der Globalisierung gibt, wie es auch in der ersten Welt Gewinner und Verlierer der Globalisierung gibt.<br />
Eine ganz andere Erkenntnis ist, dass wir sehr viel genauer wissen müssen, wie globale Organisationen eigentlich arbeiten, wie sie zu Entscheidungen kommen, was die Defizite sind, und wie sie reformiert werden können. Das ist ein Prozess, der massiv anläuft und durch die Finanzkrise verstärkt worden ist.<br />
Auch kommt es darauf an, nicht irgendeine globale Politikinstanz zu schaffen, das ist völlig ausgeschlossen bei der hohen Komplexität. Aber wir brauchen eine sehr viel bessere Koordination in der Abstimmung der vielen Institutionen und Organisationen, die in Global Governance eine Rolle spielen.</p>
<p><strong>Werden Finanzkrisen immer wiederkehren, oder gibt es eine Möglichkeit das zu beenden?<br />
</strong>Nein, die werden mit Sicherheit widerkehren. Das ist eine seit Jahrhunderten andauernde Dynamik des Kapitalismus. Die Frage ist nicht, ob sie wiederkehren oder nicht. Die Frage ist, wie schädlich sie sind, wenn sie kommen und was man eigentlich aus vergangenen Krisen lernen kann. Es kommt darauf an. sich vorrausschauend vorzustellen, wie die nächste Krise aussehen könnte, was anders sein wird und wie wir uns darauf einstellen können.</p>
<p><strong>Das heißt, Regierungen und Organisationen navigieren von Krise zu Krise? </strong><br />
Ja, das ist ganz unvermeidlich. Die Frage ist, ob wir die Navigationsinstrumente verbessern können und uns besser auf die Ungewissheiten einstellen können. Ein wichtiger Begriff ist hierbei die Resilienz; sie bedeutet, dass Lernen nicht mehr aus der Vergangenheit schöpft, sondern, dass die Vorstellung künftiger Probleme Lernen aus zukünftig wahrscheinlichen Konstellationen in Gang setzt.</p>
<p><strong>Wie ist es möglich, dass Regierungen die Zukunft besser einschätzen können und dementsprechend strategie-orientierter handeln?<br />
</strong>Wir müssen für ganz viele Probleme der Welt längere Zeithorizonte betrachten, als die normalen Legislaturperioden andauern. Da ist eine Kurzfristigkeit in der Politik, die den meisten Problemen nicht mehr angemessen ist. Das heißt, wir brauchen jetzt Zusatzeinrichtungen zu den traditionellen politischen Einrichtungen, die diese strategische Fähigkeit in die Politik hineinbringen.</p>
<p><strong>Beschäftigen Sie sich neben den genannten Themen, noch mit anderen Fragen?<br />
</strong>Mich beschäftigt natürlich seit vielen Jahren das Thema des Wissensmanagements. Das ist einerseits ein Teil der Untersuchung der Wissensgesellschaft, aber wird auch sehr konkret, weil sie herunter geht bis zur Frage, wie lernen eigentlich Studenten und wie kann man die Methoden und Instrumente des Lernens verbessern. Da habe ich noch ganz viel Praktisches zu leisten, weil wir was Lerninstrumente, Lernprozesse und Qualität des Lernens betrifft, noch in der Steinzeit sind. Da müssen wir erheblich nachbessern, um den Anforderungen einer Wissensgesellschaft auch nur annähernd gerecht zu werden.<br />
Ganz konkret interessiert mich, welche Instrumente machen Lernen effektiv und welche Methoden sollten eigentlich in der Universität gelehrt werden, damit es anders läuft als bisher.</p>
<p><em>Das Interview führte Jenny Fadranski.</em></p>
<span class="foto"><strong>Foto:</strong> Jacqueline Grassmann</span>
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