„Wenn wir uns selbst nicht für die Zustände interessieren, verändert sich auch nichts.“

Die CME-Qualitätsinitiative hat gezeigt, Engagement lohnt sich.

Die Kürzung der Seminarzeit an der Zeppelin Universität im vergangenen Sommer von vier Semesterwochenstunden auf drei veranlasste einige Studierende zur Sorge über einen möglichen Qualitätsverlust der Universitätskurse. Dabei hatte die ZU nur die Entlastung ihrer Studierenden im Sinne. Mehr Eigenzeit sollte dabei entstehen, um sich intensiv auf Seminare vorbereiten zu können.

Für die Studenten Sven Liebert, Irina Spokoinyi und Christian Stumpf war das ein Anstoß, sich über die generelle Qualität ihres Studienganges Corporate Management and Economics (CME) Gedanken zu machen und eine Arbeitsgruppe zu dieser Thematik zu gründen.

Das Ergebnis ist Zeugnis einer intensiven Auseinandersetzung damit, welche Studieninhalte und Prozesse an der Zeppelin Universität überdacht werden sollten, um die Qualität zu sichern. Die Studierenden verglichen unter anderem Curricula verschiedener Universitäten und kamen zu dem Schluss, dass das Fach Marketing  sehr viel intensiver gelehrt wird als an anderen Universitäten, aber dass das Potential im mathematischen Bereich noch nicht ganz ausgeschöpft wird.

“Die Kommunikation der Dozenten untereinander muss verbessert werden.”

Laut der Studenten sei es darüberhinaus generell notwendig die Kommunikation der Dozenten untereinander über bereits vermittelte Lehrinhalte zu verbessern, um Redundanzen zu verhindern. „Würden sich Inhalte weniger stark wiederholen, wäre dementsprechend mehr Zeit für andere Themen“, sagt Liebert.

Außerdem wird ein großer Teil der Lehre von externen Dozenten gemacht, was eine Mitbestimmung der Studenten bei der Auswahl unerlässlich macht. “Hier bräuchte es eine formalisierte Mitbestimmmungsstruktur”, so das Ergebnis der CME-Arbeitsgruppe.

Diese und weitere Anregungen, die in den umfangreichen Dokumenten der Studenten im SystemOne einzusehen sind, wurden im CME-Programmboard zustimmend aufgenommen.
Aufgrund der Initiative wurde das Mathematik-Tutorium bereits wieder in den Lehrplan aufgenommen. „Das ist aber noch nicht genug, vielmehr müsste das Tutorium für CME-Studenten verpflichtend sein und eine Prüfungsleistung beinhalten“. Das sei dringend notwendig, um die unterschiedlichen Mathe-Niveaus der Abiturienten, die den 16 unterschiedlichen Bildungssystemen geschuldet sind, anzugleichen, argumentiert Liebert. Doch in der letzten CME-Departmentsitzung am 15. März 2012 wurden diesem Wunsch eine Absage erteilt. Die Credits seien schon anderweitig verteilt. Das Tutorium soll nun durch eine andere Kommunikationspolitik attraktiver gemacht werden und die Studierenden so zur aktiven Teilnahme bewegen.

Eine positives Ergebnis ist,  dass Kurse die besonders frequentiert gewählt werden und bisher überbucht waren, nun jedes Semester angeboten werden. Das gilt zumindest für die Kurse Handelsmarketing und externes Rechnungswesen. Ob andere folgen, hängt auch vom Engagement der Studierenden ab.

Sven Lieberts Erfahrung als ehemaliger studentischer Senator und Mitgestalter der Initiative zeigt: „Es bewegt sich etwas, aber eben langsam.“ Aber er betont auch die besondere Verantwortung der Studenten: „Wenn wir uns selbst nicht für die Zustände interessieren, verändert sich auch nichts“. Deswegen sei die Initiative der Studenten enorm wichtig, um die Verwaltung auf Missstände aufmerksam zu machen.

Foto: Bertram Rusch
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Autor: Jenny Fadranski

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