Gegen 22 Uhr packte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer auf dem Sommerfest aus. Wie es sich für eine Politikerin gehört – stückchenweise. Doch was die Grüne Landesministerin da auspackte, war kein Geständnis sondern ein Geschenk. Ein Geschenk, das nicht nur die Endung ändert: Promotionsrecht für die Zeppelin UniversitÄT!
Das kaiserliche Wetter und bis dahin demonstrativ gute Rahmenprogramm hatten zu einer Festzeltstimmung im Festzelt geführt, die in diesem Moment ihren Höhepunkt erfuhr. Die Freude war nicht nur bei allen Mitarbeiten und Schildhochhaltrekordhalter Köhler zu spüren, sondern auch bei den Studenten.
Der ZUler als solcher neigt universitätsintern sonst eher zum Nörgeln. „Frechheit, dass ich nicht Spanisch, Griechisch, Russisch und Arabisch gleichzeitig lernen darf, nur weil ich schon 50 Credits extra mache. Wofür bezahle ich eigentlich?!“
Da wird dann gerne mal – natürlich ohne die Absicht sich selbst in irgendeiner Weise profilieren zu wollen – bei Facebook zur SWS-Revolution aufgerufen. Lybien-Light sozusagen.
Ist Kritik an mancher Stelle angebracht und hilfreich, sollte in diesen Tagen auch mal Raum für euphorisches und nicht ganz nüchternes Lob geschaffen werden. Denn wie es die ZU in 8 Jahren von einer Garagen-Fachhochschule zu einer der Topuniversitäten Deutschlands geschafft hat, ist schon bemerkenswert. Natürlich gab es und gibt es die eine oder andere Kinderkrankheit. Aber wie das mit Kinderkrankheiten ist – am ungefährlichsten sind sie, wenn man sie als Kind ausbrütet. Was überwiegt sind die positiven Fakten. In Friedrichshafen wurde ein Ort geschaffen, wo Nachwuchsökonomen kreativ denken, Politikkenner ehrlich sein und Museumsliebhaber rechnen können.
Gäbe es Rock Your Life, Fernbusse durch Deutschland und Solarzellen für Äthiopien ohne diesen Ort der Inspiration? Man weiß es nicht.
Viele, die die ZU und ihr „übertriebenes Marketing“ kritisieren, vergessen, dass dies ein entscheidender Faktor ist, warum die ZU so schnell und erfolgreich wachsen konnte. Kreative Köpfe lassen sich in den wenigsten Fällen durch langweilige Internetauftritte und noch langweiligere Selbstdarstellungen anlocken. Man kann von roten Schuhen halten was man will, aber auch sie gehören zu der Erfolgsgeschichte. Wie viele Förderer, Medienpräsenz und vor allem Nachwuchsquerdenker hätten wir, wenn an der Spitze der Universität ein alter Mann mit grauem Bart säße, der im schwäbischen Akzent von „Interdischziplinaritäät“ spräche? Wenn man ehrlich ist, sehr wenig. Inszenierung ist Teil des Geschäfts. Und da, wo der Himmel noch nicht ganz so blau ist, wie er gemalt wird, sollte die Freude über die Entwicklungsmöglichkeiten die Schmerzen über die Probleme überdecken.
Wenn auch in Zukunft die fortschrittorientierten Kritiker den Kritikern der Kritik wegen überwiegen, stehen uns grandiose Zeiten bevor. Dann wird der Nachwuchspionier in Zukunft noch schneller fündig werden, wenn er BWL, Kultur und Management googlelt, bis was´ adäquates heraus kommt.


Hej Martin,
klasse! Und du bist toll!
<3
Eli
Meine lieben – Danke für diesen Artikel. Prägnant und inspirierd zu verändern.
Merci!
endlich mal ein Optimist! Sehr schön.